Mit Pizza und Schreibmaschinen: Wie Freiburg die Demokratie neu erfindet
Marie GüntherMit Pizza und Schreibmaschinen: Wie Freiburg die Demokratie neu erfindet
Ein neues Demokratie-Projekt in Baden-Württemberg setzt auf kreative Methoden, um die politische Teilhabe zu stärken. Statt auf klassische Kampagnen zu setzen, will die Initiative mit Schreibmaschinen, Pizzaabenden und offenen Gesprächen Wählerinnen und Wähler erreichen. Das Ziel: Möglichst viele Menschen – insbesondere solche in schwierigen Lebenslagen – sollen vor der Landtagswahl 2026 ihre Anliegen einbringen.
Ein zentraler Baustein ist die Veranstaltungsreihe "Pizza trifft Politik", die Bürgerinnen und Bürger in lockerer Atmosphäre zusammenbringt. Im Fokus stehen Gruppen mit traditionell niedriger Wahlbeteiligung. Neben Vorträgen und Wahlhilfen gibt es gemütliche Abende zum Diskutieren. Die Macher sind überzeugt: Politik lässt sich durch Essen und Austausch niedrigschwelliger vermitteln.
Ein weiteres Markenzeichen ist die Schreibmaschinen-Aktion. Teilnehmerinnen und Teilnehmer tippen ihre Sorgen und Vorschläge auf Postkarten, die später an die gewählten Parteien überreicht werden. So soll die Bevölkerung einen direkten Weg erhalten, ihre Prioritäten zu Gehör zu bringen.
Unterstützt wird das Projekt von mehreren lokalen Einrichtungen, darunter die Erwachsenenbildung des Erzbistums Freiburg, Caritas Freiburg und der Katholische Familienverband. Ihr Engagement unterstreicht den breiten Ansatz, das bürgerliche Engagement zu festigen. Die Botschaft der Initiative ist klar: Demokratie funktioniert am besten, wenn sich alle einbringen.
Bis zur Landtagswahl 2026 wird die Demokratie-Initiative mit ungewöhnlichen Formaten unterrepräsentierte Gruppen ansprechen. Die Postkarten aus der Schreibmaschinen-Aktion werden den Parteien nach der Wahl übergeben. Die Organisatoren hoffen, dass ihre Bemühungen zu mehr Beteiligung und einer inklusiveren politischen Debatte führen.
Baden-Württemberg's Demokratie-Push nimmt Fahrt auf
Ein koordinierter regionaler Ansatz erweitert Freiburgs innovativen Ansatz. Die zweite Lange Nacht der Demokratie am 2. Oktober 2026 wird in über 20 Städten Debatten und Diskussionen abhalten, die das 2024er Ereignis spiegeln, das die Pizza- und Schreibmaschinen-Initiativen inspirierte. Lokale Gruppen können bis zu €5.000 für Modellprojekte beantragen, finanziert von Ministerien und Stiftungen. Dies passt zu Freiburgs Fokus auf niedrigschwelliges Engagement, da beide Initiativen Partner wie KiLAG und Erwachsenenbildung-Netzwerke teilen.