Mieterbund fordert einkommensabhängige Verteilung der Modernisierungskosten für mehr soziale Gerechtigkeit
Tobias LangMieterbund fordert einkommensabhängige Verteilung der Modernisierungskosten für mehr soziale Gerechtigkeit
Axel Gedaschko, Präsident des Deutschen Mieterbunds, fordert dringende Reformen bei der Verteilung der Modernisierungskosten zwischen Vermietern und Mietern. Er kritisiert, dass das aktuelle System einkommensschwache Haushalte unverhältnismäßig belastet, und plädiert für ein neues Modell, das sich am Einkommen orientiert.
Nach geltendem Recht können Vermieter die Kosten für Sanierungen – etwa den Einbau energiesparender Heizsysteme – gleichmäßig auf alle Mieter umlegen. Gedaschko wies auf die besondere Härte hin, die dies für Haushalte mit geringem Einkommen bedeutet. Als Beispiel nannte er eine alleinerziehende Mutter, die als Krankenschwester arbeitet und nur 4,50 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete zahlt – für sie seien zusätzliche Belastungen kaum tragbar.
Stattdessen schlägt Gedaschko ein gestaffeltes System vor: Mieter mit höherem Einkommen sollten einen größeren Anteil der Modernisierungskosten tragen, während Geringverdiener entlastet würden. Sein Vorschlag zielt darauf ab, die Kostenverteilung sozial gerechter zu gestalten, indem die individuelle finanzielle Situation berücksichtigt wird.
Die Debatte entsteht vor dem Hintergrund der deutschen Bemühungen, Wohngebäude klimafreundlich zu sanieren. Gedaschko drängte die Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD zu zügigem Handeln und warnte, dass Verzögerungen einkommensschwache Mieter weiter in Bedrängnis bringen würden.
Der Vorschlag des Mieterbunds würde die finanzielle Last von Haushalten mit niedrigem Einkommen nehmen. Sollte die Reform umgesetzt werden, würden Mieter die Modernisierungskosten künftig nach ihrem Einkommen und nicht mehr pauschal zahlen. Eine Reaktion der Bundesregierung auf die Forderung steht noch aus.






