Merz zweifelt am Kohleausstieg – und schlägt Gaskraftwerke als Brückentechnologie vor
Marie GüntherMerz zweifelt am Kohleausstieg – und schlägt Gaskraftwerke als Brückentechnologie vor
Bundeskanzler Friedrich Merz hat Zweifel an den geplanten Kohleausstiegsplänen Deutschlands geäußert. Seine Äußerungen fallen in eine Phase stark steigender Energiepreise, die die Verbraucherpreise so schnell wie seit Jahren nicht mehr in die Höhe treiben. Der CDU-Vorsitzende schlug zudem den Bau neuer Gaskraftwerke vor, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu unterstützen.
In der Energiedebatte hinterfragte Merz, ob Deutschland am bisherigen Zeitplan für das Ende der Kohleverstromung festhalten könne. Stattdessen regte er an, einige Kohlekraftwerke länger in Betrieb zu halten – als Übergangslösung, während die Kapazitäten der erneuerbaren Energien ausgebaut werden.
Gleichzeitig schloss er eine kurzfristige Rückkehr zur Kernenergie aus. Langfristig zeigte er sich jedoch interessiert an Kernfusion und kleinen modularen Reaktoren (SMR). Die Erforschung dieser Technologien könnte künftig eine Rolle im deutschen Energiemix spielen.
Die Aussagen des Kanzlers folgen auf einen deutlichen Anstieg der Lebenshaltungskosten. Die Verbraucherpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent – der stärkste Anstieg seit Mitte 2021. Allein im März gab es ein Plus von 1,1 Prozent gegenüber Februar, getrieben auch durch die Spannungen im Iran-Konflikt.
Trotz der Herausforderungen bekräftigte Merz seine Unterstützung für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Neue Gaskraftwerke, so sein Argument, könnten als zuverlässige Reserve dienen, während Wind- und Solarenergie weiter ausgebaut werden.
Die Vorschläge deuten auf eine mögliche Neuausrichtung der deutschen Energiepolitik hin. Eine Verlängerung der Kohlenutzung und der Bau von Gaskraftwerken könnten die Belastung für Haushalte mit steigenden Rechnungen verringern. Gleichzeitig könnten langfristige Investitionen in Fusionstechnologie und SMR die künftige Energiepolitik prägen.






