30 March 2026, 16:10

Medikamentenknappheit 2025: Warum Patienten monatelang auf lebenswichtige Arzneien warten müssen

Plakat zeigt, dass Amerikaner 2022 für dieselben Arzneimittel zwei bis drei Mal mehr bezahlt haben, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Medikamentenknappheit 2025: Warum Patienten monatelang auf lebenswichtige Arzneien warten müssen

Arzneimittelknappheit bleibt 2025 ein ernstes Problem für deutsche Apotheken

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Im vergangenen Jahr gab es 1.514 Meldungen über Lieferengpässe, die mehr als 1.000 verschiedene Medikamente betrafen. Allein 2024 waren rund drei Millionen Patientinnen und Patienten von der Knappheit lebenswichtiger Behandlungen betroffen.

Besonders dramatisch war die Situation bei Antipsychotika: Hier gab es 173 Meldungen zu 151 verschiedenen Pharmazentralnummern (PZN). Betroffene mussten im Schnitt 230 Tage auf ihre Medikamente warten. Auch bei Antidepressiva kam es zu erheblichen Engpässen – eine Million Patientinnen und Patienten erlebten 130 einzelne Lieferprobleme, die durchschnittlich 107 Tage anhielten.

Ebenso problematisch waren Lipidsenker und Antibiotika. Diese beiden Kategorien allein betrafen 2024 etwa zwei Millionen Menschen. Bei Lipidsenkern gab es 89 Meldungen zu 80 PZN, mit einer durchschnittlichen Versorgungslücke von 156 Tagen. Antibiotika verzeichneten 85 Engpassmeldungen (78 PZN) und eine durchschnittliche Knappheitsdauer von 122 Tagen.

Trotz des Lieferengpassbekämpfungsgesetzes von 2023 sehen Krankenkassen keine strukturellen Verbesserungen bei der Arzneimittelversorgung. Experten wie Dr. Dominik von Stillfried fordern nun ein Frühwarnsystem, um große Produktionsausfälle in Asien – wo viele Wirkstoffe hergestellt werden – rechtzeitig zu erkennen. Doch aktuelle Daten zu Produktionstrends, Kapazitätsänderungen oder Lieferkettenproblemen in den wichtigsten asiatischen Herstellerländern der letzten fünf Jahre fehlen.

Die anhaltenden Engpässe offenbaren anhaltende Schwächen in der deutschen Arzneimittelversorgung. Da Antipsychotika, Antidepressiva und andere lebenswichtige Medikamente häufig nicht verfügbar sind, leiden Patientinnen, Patienten und Apotheken weiter unter den Folgen. Die Forderungen nach besserer Überwachung und frühzeitigen Warnmechanismen werden lauter – während sich die Knappheit bis ins Jahr 2025 fortsetzt.

Quelle