Mainzer Tradition endet: Weinstube Gebert schließt nach 114 Jahren für immer
Johanna JägerMainzer Tradition endet: Weinstube Gebert schließt nach 114 Jahren für immer
Ein historisches Wahrzeichen von Mainz wird bald für immer seine Türen schließen. Die Weinstube Gebert, eine beliebte Institution in Mainz-Neustadt seit 1910, wird bis zum 31. Juli 2026 endgültig schließen. Mit dieser Entscheidung endet eine Ära von 114 Jahren unter der Führung derselben Familie.
Die Weinstube wurde 1910 von Johann Gebert eröffnet. Seine Schwiegertochter Marianne Gebert übernahm die Leitung in den 1950er-Jahren und führte das Lokal jahrzehntelang. 2007 trat ihr Sohn Frank Gebert in die Fußstapfen der Familie und wurde zum neuen Inhaber.
Die heute 75-jährige Marianne Gebert hat sich nun für den Ruhestand entschieden, was den Anschluss der Weinstube zur Folge hat. Frank Gebert suchte vergeblich nach einem Nachfolger, der das Geschäft weiterführen wollte. Er betonte jedoch, dass finanzielle Schwierigkeiten durch die Pandemie nicht der Grund für die Schließung seien.
Im Laufe der Jahre erlangte die Weinstube große Anerkennung. 2019 kürte das Magazin Feinschmecker sie zum besten "Alltagsrestaurant" in Rheinland-Pfalz. Eine der schönsten Erinnerungen von Marianne Gebert bleibt der Besuch des damaligen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier im Jahr 2018.
Frank Gebert bedankte sich bei den langjährigen Gästen für ihre Treue. Zwar stehe noch kein offizieller Abschiedstermin fest, doch werde es vor dem letzten Tag eine Verabschiedung geben. Was mit dem Gebäude danach geschieht, ist noch ungewiss.
Mit der Schließung der Weinstube Gebert endet ein über ein Jahrhundert altes Familienunternehmen. Der letzte Tag wird der 31. Juli 2026 sein – das finale Kapitel eines Ortes, der tief in der Geschichte von Mainz verwurzelt ist. Was mit dem Raum danach passiert, steht noch in den Sternen.






