Lauterbachs Pflege-Reform löst Wut aus: Höhere Eigenanteile für Heimbewohner drohen
Johanna JägerLauterbachs Pflege-Reform löst Wut aus: Höhere Eigenanteile für Heimbewohner drohen
Gesundheitsminister Karl Lauterbachs jüngster Vorschlag zur Anpassung der Pflegezuschüsse stößt auf scharfe Kritik. Das Vorhaben zielt darauf ab, die schrittweise Erhöhung der staatlichen Unterstützung zu verlangsamen – doch Experten warnen, dass dadurch die Eigenanteile der Pflegebedürftigen steigen werden. Branchenvertreter bezeichnen den Plan als irreführend und finanziell belastend für besonders schutzbedürftige Familien.
Nach den geplanten Änderungen müssten Heimbewohner in den ersten beiden Jahren mit durchschnittlich bis zu 1.800 Euro höheren Zuzahlungen rechnen. Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (BPA) hat diese Zahl hervorgehoben und betont, dass drei Viertel der Pflegebedürftigen die Einrichtung nicht länger als diesen Zeitraum in Anspruch nehmen.
BPA-Präsident Bernd Meurer bezeichnete den Plan als "Wählertäuschung". Er argumentierte, Lauterbach habe im Rahmen der Reform finanzielle Entlastung versprochen – doch die Anpassungen würden stattdessen Milliardenkosten direkt auf Pflegebedürftige und ihre Angehörigen abwälzen. Meurer wies darauf hin, dass viele Familien durch die bestehenden Eigenbeteiligungen bereits an ihre Grenzen gelangen; weitere Erhöhungen seien für sie nicht tragbar.
Mit seinem Vorstoß will der Minister die finanzielle Belastung des Staates verringern, indem er das Tempo der Zuschusssteigerungen drosselt. Kritiker werfen ihm jedoch vor, die Lasten damit ungerecht auf diejenigen abzuladen, die sie am wenigsten schultern können.
Die geplanten Änderungen der Pflegezuschüsse sollen in den kommenden zwei Jahren schrittweise umgesetzt werden und würden die Mehrheit der Heimbewohner betreffen. Falls das Vorhaben durchgesetzt wird, stiegen die persönlichen Kosten vor allem bei kurzfristigen Aufenthalten deutlich. Pflegeverbände und Angehörige fordern nun eine Neubewertung der finanziellen Folgen für die Betroffenen.






