Lale Tollkiens erschütternde Kindheit zwischen Drogen, Gewalt und staatlichem Versagen
Noah KrügerLale Tollkiens erschütternde Kindheit zwischen Drogen, Gewalt und staatlichem Versagen
Ein neues Buch enthüllt die erschütternde Kindheit von Lale Tollkien, die in den 1980er-Jahren in einer chaotischen Berliner Männer-WG aufwuchs. Nach einem fast tödlichen Unfall als Kleinkind kam sie in staatliche Obhut – doch ihr späteres Leben spielte sich in einem besetzten Haus ab, in dem Vernachlässigung und Missbrauch ungehindert gediehen.
Lales frühe Jahre waren von Instabilität geprägt. Mit nur achtzehn Monaten schluckte sie Rohypnol-Tabletten, während ihre heroinabhängige Mutter bewusstlos danebenlag. Ihr Vater, der wegen kleinerer Delikte im Zusammenhang mit der linksradikalen APO-Gruppe im Gefängnis saß, konnte nicht für sie sorgen – die Behörden brachten sie in staatliche Betreuung.
Als Teenager lebte Lale in einer Berliner Männer-WG, einem Ort, der eigentlich ein Zuhause sein sollte, sie aber stattdessen Drogen, Gewalt und sexualisierter Gewalt aussetzte. Ihr Vater, der sich später der WG anschloss, bemerkte die Gefahren um sie herum nicht. Die Schule war einst ihr sicherer Ort gewesen, doch mit der Pubertät stürzte sie in Sucht und turbulente Beziehungen ab.
In ihrem Buch "Den Himmel mit beiden Händen halten" dokumentiert Lilli Tollkien diese Erlebnisse. Die Memoiren schildern Lales Kampf ums Überleben in einer grenzenlosen Umgebung – doch wenig ist bekannt darüber, wie diese Kindheit ihre Bildung oder spätere Karriere prägte.
Lales Geschichte wirft ein Licht auf die Versäumnisse eines Systems, das sie schutzlos zurückließ. Das Buch hält eine Kindheit fest, die von Vernachlässigung, Widerstandskraft und der Suche nach Stabilität geprägt war. Ihre Erfahrungen bleiben ein schonungsloses Zeugnis des Lebens in der Berliner Untergrundszene der 1980er-Jahre.






