26 March 2026, 00:05

Kulturstaatsminister Weimer in der Kritik: Buchhandlungen ausgeschlossen und Preise gestrichen

Schwarz-weißes Bild einer Berliner Wespen-Zeitung vom 21. Februar 1873, das eine Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Kleidung bei einem Gespr├Ąch zeigt.

Kulturstaatsminister Weimer in der Kritik: Buchhandlungen ausgeschlossen und Preise gestrichen

Bundeskulturstaatsminister Wolfram Weimer steht wegen einer Reihe umstrittenener Entscheidungen zunehmend in der Kritik. Die jüngste Welle der Empörung folgte auf seinen Schritt, drei linksgerichtete Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis auszuschließen – angeblich nach einer von ihm veranlassten Überprüfung durch den Verfassungsschutz. Trotz der Vorwürfe erhalten ihn hochrangige Politiker wie Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und CDU-Vorsitzender Friedrich Merz öffentlich den Rücken.

Der Streit eskalierte, als bekannt wurde, dass Weimer vor der Vergabe des Preises eine Prüfung der Buchhandlungen durch den Inlandsgeheimdienst angeordnet haben soll. Drei als links eingestufte Läden wurden daraufhin von der Auszeichnung ausgeschlossen, was scharfe Proteste auslöste. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels verurteilte die Entscheidung als Angriff auf die Meinungsfreiheit.

Zudem sagte Weimer die gesamte Preisverleihung ab, was die Spannungen weiter verschärfte. Bereits zuvor hatte er mit dem Vorschlag, den Ausbau der Nationalbibliothek in Leipzig zu stoppen, Kritik von Kultureinrichtungen auf sich gezogen.

Doch nicht nur im Verlagswesen sorgt Weimer für Kontroversen. Medienberichten zufolge versuchte er, Tricia Tuttle, die Leiterin der Berlinale, abzulösen – eine offizielle Bestätigung dafür gibt es jedoch nicht. Zudem forderte die Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora ihn auf, als Redner bei einer Gedenkveranstaltung zur Befreiung der Konzentrationslager abzusagen, und begründete dies mit Bedenken wegen seiner politischen Haltung.

Angesichts der wachsenden Kritik betonte Friedrich Merz am 25. März 2026 im Bundestag, Weimer genieße nach wie vor sein volles Vertrauen. Zwar räumte Merz ein, dass umstrittene Entscheidungen zum Amt gehörten, auf die konkreten Vorwürfe ging er jedoch nicht ein. Auch Kanzler Scholz verteidigte Weimer und verwies darauf, dass viele seiner kulturpolitischen Initiativen auf breite Zustimmung stießen.

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Trotz des Gegenwinds bleibt Weimer im Amt, gestützt von zentralen politischen Akteuren. Die ausgeschlossenen Buchhandlungen wurden bisher nicht wieder zugelassen, und die abgesagte Preisverleihung steht noch aus. Kultureinrichtungen beobachten seine weiteren Schritte genau, während die Regierung keine zusätzlichen Maßnahmen ankündigte.

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