Kfz-Handwerk bleibt Deutschlands Ausbildungsmotor trotz Fachkräftemangel und E-Mobilität
Tobias LangKfz-Handwerk bleibt Deutschlands Ausbildungsmotor trotz Fachkräftemangel und E-Mobilität
Deutschlands Kfz-Handwerk bleibt Spitzenreiter in der beruflichen Ausbildung
Mit 73.500 Auszubildenden bleibt der deutsche Kfz-Gewerbe der größte Anbieter dualer Berufsausbildungen im Land. Der Wandel hin zu Elektromobilität und Automatisierung treibt die Nachfrage nach Fachkräften voran und zwingt Werkstätten, ihre Ausbildungsprogramme zu modernisieren. Branchenvertreter sehen den Sektor zunehmend als idealen Einstiegsort für alle, die mit zukunftsweisender Technologie arbeiten und deren Entwicklung mitgestalten möchten.
In den vergangenen fünf Jahren ist die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen im Kfz-Mechatronikbereich um 15 bis 20 Prozent gestiegen. Besonders stark fällt der Anstieg in Bayern aus, wo die Region München ein Plus von 25 Prozent verzeichnet, gefolgt von Baden-Württemberg mit einem Zuwachs von 22 Prozent in Stuttgart. Gleichzeitig kämpfen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen mit Fachkräftemangel: Bis zu 10 Prozent der freien Stellen können nicht besetzt werden, wie Daten der Bundesagentur für Arbeit und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigen.
Betriebe betonen die dringende Notwendigkeit, Ausbildungsinhalte anzupassen – insbesondere in den Bereichen Elektrik, Elektronik und Softwarekompetenzen. Die Mobilitätswende hat das geforderte Know-how verändert: Künftige Bewerber müssen sich stärker für Hochvoltsysteme und digitale Werkzeuge interessieren. Viele Arbeitgeber erhalten jedoch zu wenige Bewerbungen oder stoßen auf Kandidaten, die die erforderlichen Qualifikationen nicht mitbringen.
Um diese Herausforderungen zu meistern, planen Branchenverbände, die Weiterbildung von Ausbildern auszubauen, digitale Lehrmaterialien zu entwickeln und gezielte Nachwuchskampagnen zu starten. Praktika gelten als beste Methode, um Talente zu gewinnen und ihre Eignung für den Beruf zu prüfen. Zudem unterstreichen Unternehmen die Bedeutung des dualen Ausbildungssystems in Deutschland, um langfristig den Fachkräftenachwuchs zu sichern.
Elektromobilität und Automatisierung verändern die Anforderungen an Kfz-Ausbildungen Der zunehmende Fokus der Branche auf elektrische und automatisierte Fahrzeuge prägt die Nachfrage nach Auszubildenden neu. Mit gezielten Anpassungen der Lehrpläne und verstärkten Werbemaßnahmen wollen Werkstätten die Qualifikationslücke schließen. Ob es der Branche gelingt, sich den wandelnden Anforderungen moderner Mobilität anzupassen, wird über ihre Zukunftsfähigkeit entscheiden.






