Iran-Krise verändert Einkaufsverhalten: Discounter boomen, Supermärkte verlieren Kunden
Noah KrügerIran-Krise verändert Einkaufsverhalten: Discounter boomen, Supermärkte verlieren Kunden
Iran-Konflikt wirkt sich bereits nach drei Wochen auf deutsche Lebensmittelhändler aus
Die anhaltenden Spannungen im Iran zeigen bereits nach nur drei Wochen Auswirkungen auf deutsche Lebensmittelhändler. Verbraucher ändern ihr Einkaufsverhalten – Discounter verzeichnen einen spürbaren Anstieg der Kundenzahlen, während große Supermärkte weniger besucht werden, da Haushalte ihre Ausgaben zurückfahren.
In der Kalenderwoche 12 verzeichneten sowohl Aldi Nord als auch Aldi Süd deutliche Zuwächse bei den Kundenbesuchen. Aldi Nord steigerte seinen Marktanteil um 0,7 Prozentpunkte, Aldi Süd sogar um einen vollen Prozentpunkt. Hintergrund ist die Belastung der Verbraucher durch höhere Energiekosten und die Aussicht auf weitere Preiserhöhungen.
Rewe und Kaufland mussten hingegen Federn lassen: Rewe verlor 0,7 Prozentpunkte bei den Kundenbesuchen, Kaufland 0,5. Auch Edeka kämpfte mit Rückgängen – der Besucherrückgang betrug 0,6 Prozentpunkte im Vergleich zur Woche vor Kriegsbeginn.
Branchenexperten zeigen sich überrascht von Tempo und Ausmaß dieser Entwicklung. Maarten Vander Beken von Accurat bezeichnete den Trend als ungewöhnlich: Ein so rascher Wandel im Konsumverhalten sei bisher nie beobachtet worden. Analysten weisen darauf hin, dass bereits ein Prozentpunkt Marktanteilszuwachs für Händler einem zusätzlichen Jahresumsatz von rund 2 Milliarden Euro entspricht.
Der Iran-Konflikt treibt immer mehr Deutsche in die Discount-Lebensmittelgeschäfte. Angesichts steigender Energiepreise und wachsender Inflationssorgen setzen Verbraucher zunehmend auf günstige Angebote – die Markentreue rückt in den Hintergrund. Sollte der wirtschaftliche Druck anhalten, könnten preiswerte Händler weiter profitieren.






