Historischer Tarifvertrag: Ost- und Westlöhne in der Bauindustrie endlich gleich
Johanna JägerHistorischer Tarifvertrag: Ost- und Westlöhne in der Bauindustrie endlich gleich
Deutschlands Bauindustrie erreicht historischen Durchbruch: Löhne in Ost und West werden angeglichen
Nach 35 Jahren deutscher Einheit gilt nun das Prinzip "Ein Land, ein Lohn, ein Gehalt". Damit endet eine jahrzehntelange Ungleichheit bei den Verdiensten von Beschäftigten in den ehemaligen Ost- und Westgebieten Deutschlands.
Die neue Tarifvereinbarung sieht vor, dass die Löhne in Ostdeutschland um 5,3 Prozent steigen – ein höherer Anstieg als die 3,9 Prozent für Arbeiter im Westen. Mit dieser Anpassung soll die langjährige Lohnlücke zwischen den beiden Regionen geschlossen werden. Carsten Burckhardt, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft IG BAU, bezeichnete den Deal als "historischen Meilenstein" für mehr Gerechtigkeit in der Branche.
Der Tarifvertrag umfasst rund 920.000 Bauarbeiter bundesweit, davon über 600.000 in Westdeutschland. Er ersetzt das bisherige System, das trotz der Wiedervereinigung 1990 niedrigere Löhne im Osten aufrechterhielt. Die aktuellen Regelungen gelten bis zum 31. März 2027.
Jahrzehntelang verdienten Beschäftigte in Ostdeutschland für dieselben Tätigkeiten weniger als ihre Kollegen im Westen. Die neue Vereinbarung gleicht die Gehälter nun an und beseitigt damit eine der letzten großen wirtschaftlichen Trennlinien aus der Zeit nach der Wiedervereinigung.
Von der Lohnangleichung sind Hunderttausende Arbeiter im ganzen Land betroffen. Sie schafft einen zentralen Unterschied in den Arbeitsbedingungen zwischen Ost und West ab. Der Tarifvertrag bleibt für die nächsten drei Jahre in Kraft und sichert so stabile Lohnstrukturen bis 2027.






