Heidebad in Halle-Nietleben verweigert Besuchern mit schlechten Deutschkenntnissen den Eintritt
Johanna JägerHeidebad in Halle-Nietleben verweigert Besuchern mit schlechten Deutschkenntnissen den Eintritt
Freischwimmbad Heidebad in Halle-Nietleben führt umstrittene neue Regel ein
Das Heidebad in Halle-Nietleben verweigert seit Kurzem Besuchern mit unzureichenden Deutschkenntnissen den Zutritt – begründet mit Sicherheitsbedenken. Die Leitung des Freibads sieht in der Maßnahme eine notwendige Vorsichtsmaßnahme.
Die Entscheidung stößt jedoch auf scharfe Kritik. Die Initiative „Eltern gegen Rechts Halle“ verurteilt die Regelung als diskriminierend und sachlich unbegründet. Sprachkenntnisse stünden in keinem Zusammenhang mit der Sicherheit, betonen die Aktivisten. Nicht-deutschsprachige Gäste seien genauso verantwortungsbewusst wie andere Besucher.
Zudem warnt die Gruppe, dass die Regelung auch gehörlose, schwerhörige oder sprachbehinderte Menschen ungerechtfertigt ausschließen könnte – und damit gegen Barrierefreiheitsgesetze verstoße. Ein tatsächlicher Sicherheitsgewinn sei nicht erkennbar, möglicherweise verstoße die Praxis sogar gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG).
Auch die Stadträtinnen Silke Burkert und Katharina Kohl positionieren sich gegen die Neuregelung. Öffentliche Einrichtungen müssten für alle zugänglich bleiben – unabhängig von Herkunft oder Sprachkenntnissen, fordern sie. Die Aktivisten verlangen die sofortige Abschaffung der Regelung.
Als Alternative schlägt „Eltern gegen Rechts“ praktikable Lösungen vor: mehrsprachige Sicherheitshinweise, visuelle Kommunikationshilfen, zusätzliches Personal, gezielte Schulungen sowie den Dialog mit betroffenen Communities.
Die neue Regelung wird breit als diskriminierend und integrationsfeindlich kritisiert. Sie sende ein fatales Signal der Ausgrenzung, so die Vorwürfe. Nun steht die Frage im Raum, ob die Vorschrift zurückgenommen oder durch inklusivere Sicherheitskonzepte ersetzt wird.
