30 March 2026, 10:05

Haushaltsstreit in Siegen-Wittgenstein: Kreistag scheitert an Personalplanung und Finanzlücke

Gruppe von Menschen vor einem Podium mit Mikrofon und einer Tafel mit der Aufschrift "Sancho-Stadtrat tritt dem Stadtrat bei", mit sitzenden und stehenden Teilnehmern, Flaggen, Feuerlöscher und Deckenleuchten im Hintergrund.

Haushaltsstreit in Siegen-Wittgenstein: Kreistag scheitert an Personalplanung und Finanzlücke

Kreistag von Siegen-Wittgenstein scheitert an Haushaltsverabschiedung für 2026

Bei einer marathonlangen Sitzung am Freitag scheiterte der Kreistag von Siegen-Wittgenstein daran, einen Haushalt für das Jahr 2026 zu verabschieden. Die über sechs Stunden dauernde Debatte wurde durch Streitigkeiten über Personalplanung und Mittelverteilung blockiert. Ohne gültigen Haushalt muss der Kreis nun vorläufig mit einer Notbewirtschaftung auskommen.

Der Hauptstreitpunkt war ein Antrag der CDU, Stellenneubesetzungen vorerst auszusetzen – mit Ausnahme von Notfällen. Landrat Andreas Müller (SPD) warnte, dass davon 108 Arbeitsplätze betroffen wären. Der Vorschlag wurde später zurückgezogen, nachdem rechtliche Bedenken aufkamen: Die Maßnahme hätte die Kompetenzen des Kreistags überschritten.

Zudem diskutierten die Abgeordneten über die Finanzierung neuer Wanderrouten und weiterer lokaler Projekte. Da jedoch keine Einigung über die Personalplanung erzielt wurde, konnte der Haushalt nicht finalisiert werden. Die Überziehungsmöglichkeiten des Kreises sind nahezu erschöpft, und die verfügbaren Mittel reichen nicht bis zur nächsten Sitzung im Juni.

Um die Finanzlücke zu schließen, wird der Kämmerer nun mit Banken verhandeln und Unterstützung bei der Bezirksregierung Arnsberg suchen. Sollte auch im Juni kein Haushalt beschlossen werden, kann die Bezirksregierung einen verbindlichen Etat vorgeben. Bis dahin bleibt der Kreis im "vorläufigen Haushaltsvollzug" – bestehende Verträge werden bedient, neue Verpflichtungen jedoch aufgeschoben.

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Die Haushaltssperre stürzt Siegen-Wittgenstein bis mindestens Juni in finanzielle Unsicherheit. Die Gespräche des Kämmerers mit Banken und Regionalbehörden werden zeigen, wie lange die Dienstleistungen ohne Einschränkungen aufrechterhalten werden können. Kommt es zu keiner Einigung, könnte die Bezirksregierung Arnsberg eingreifen und einen Haushalt erzwingen.

Quelle