GSM-R-Störungen gefährden Notfallkommunikation auf deutschen Schienenstrecken
Tobias LangGSM-R-Störungen gefährden Notfallkommunikation auf deutschen Schienenstrecken
Die deutsche Bundesregierung hat Probleme mit dem digitalen Zugfunk-System GSM-R eingeräumt. Störungen durch öffentliche Mobilfunknetze haben die Notfallkommunikation auf wichtigen Schienenstrecken beeinträchtigt. Dies wirft Fragen zur Sicherheit und Zuverlässigkeit des Bahnnetzes auf.
Ausfälle des GSM-R-Systems wurden in mehreren europäischen Ländern gemeldet. In Deutschland funktioniert die Notruf-Funktion auf mindestens 250 Strecken nicht zuverlässig. Laut Aufzeichnungen der Deutschen Bahn gibt es über 1.000 Funklöcher, in denen Züge in Notfällen oder bei Gefahren an der Strecke nicht erreichbar sind.
Die Europäische Kommission und die EU-Agentur für Eisenbahnen arbeiten daran, die Störsicherheit zu verbessern. Überarbeitete technische Spezifikationen und modernisierte Ausrüstung sind Teil der geplanten Lösungen. Trotz der Probleme betont die Bundesregierung, dass die bestehende Infrastruktur der Deutschen Bahn weiterhin ausreichend sei.
Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt bezeichnete das Zugfunksystem als eine „Rückfallebene“ mit unterstützender Funktion. Sabine Leidig, verkehrspolitische Sprecherin der Linken, kritisierte diese Einschätzung jedoch scharf. Ein System, das für Notrufe genutzt werde, dürfe nicht als bloße Zweitlösung behandelt werden, argumentierte sie.
Primäres Sicherheitssystem im Bahnbetrieb bleibt die streckenseitige Signaltechnik. Die anhaltenden Störungsprobleme unterstreichen jedoch die Notwendigkeit stärkerer Schutzmechanismen in der digitalen Kommunikation. Regierung und EU-Gremien unternehmen nun Schritte, um diese Schwachstellen zu beheben.
