GSM-R-Ausfall legt Deutschlands Güterbahnverkehr lahm – wer trägt die Schuld?
Noah KrügerGSM-R-Ausfall legt Deutschlands Güterbahnverkehr lahm – wer trägt die Schuld?
Deutschlands Güterbahnverkehr steht vor schweren Einschränkungen, nachdem das landesweite GSM-R-Bahnfunknetz ausgefallen ist. Der Zusammenbruch hat Lücken in den Notfallprotokollen offenbart und die Branche in eine anhaltende Krise gestürzt. Güterverkehrsunternehmen warnen vor langfristigen wirtschaftlichen und betrieblichen Schäden.
Der jüngste Funkausfall löste insbesondere um Christi Himmelfahrt weitreichendes Chaos aus. Fahrplanbüros und Leitstellen waren überfordert und legten tiefgreifende strukturelle Schwächen offen. Güterverkehrsbetreiber meldeten tagelange Betriebsstillstände, zusammenbrechende Lieferketten und extrem belastetes Personal.
Neele Wesseln, Geschäftsführerin des Netzwerks Europäischer Eisenbahnen (NEE), machte DB InfraGO für anhaltende Betriebsversäumnisse verantwortlich. Sie betonte, wie diese Probleme den Güterverkehr seit Monaten überlasten. Als Reaktion fordert der Verband eine strengere staatliche Aufsicht über den Infrastrukturbetreiber.
Die Branche drängt nun den Verkehrsausschuss des Bundestags, die Störungen als Priorität zu behandeln. Gefordert wird die Schaffung eines unabhängigen Bundesamts für Schieneninfrastruktur (BASchi), das die Steuerung und Überwachung übernehmen soll. Die wirtschaftlichen Verluste für die Güterverkehrsunternehmen werden noch ermittelt.
Der Funkausfall hat die seit Langem bestehenden Probleme im deutschen Schienengüterverkehr weiter verschärft. Die Betreiber kämpfen weiterhin mit Verspätungen und Instabilität. Ein geplantes Bundesamt könnte die Infrastrukturverantwortung übernehmen, um künftige Zusammenbrüche zu verhindern.
