04 May 2026, 12:03

Grüne und CDU in Baden-Württemberg präsentieren historischen Koalitionsvertrag mit Cem Özdemir als Ministerpräsidenten

Ein Blatt Papier mit einer Zeichnung eines Mannes mit verschiedenen Gesichtsausdrücken, betitelt "Stand der Umfrage mit beiden Kandidaten während der Wahl", zeigt einen nachdenklichen Ausdruck mit zur Seite schauenden Augen und leicht geöffnetem Mund, ordentliches Haar und schlichte Kleidung.

Grüne und CDU in Baden-Württemberg präsentieren historischen Koalitionsvertrag mit Cem Özdemir als Ministerpräsidenten

Am Mittwoch, dem 10. Mai, wird der Koalitionsvertrag zwischen den Grünen und der CDU in Baden-Württemberg vorgestellt. Die beiden Parteien, die gemeinsam 60 Prozent der Wählerstimmen erhielten, haben wochenlang über eine Einigung verhandelt – alternative Regierungsoptionen gab es nicht. Der künftige Ministerpräsident Cem Özdemir bezeichnete das Ergebnis bereits als „beeindruckend“ und mehr als einen bloßen Kompromiss.

Die Verhandlungen verliefen nicht ohne Spannungen. Die CDU ging mit Frust in die Gespräche, nachdem sie ihre deutliche Umfrageführung verloren hatte, und warf den Grünen eine „schmutzige Wahlkampagne“ vor. Ein geleaktes Video mit Manuel Hagel, dem CDU-Kandidaten für das Amt des stellvertretenden Ministerpräsidenten, verschärfte die Konflikte zusätzlich. Dennoch einigten sich beide Seiten auf ein Paket, das unter anderem die Abschaffung der Kindergartengebühren für das letzte Jahr vor der Einschulung sowie die Streichung von Berichtspflichten für Unternehmen vorsieht. Zudem wurden eine Milliarde Euro für Klimaschutzprojekte zugesagt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Grünen behalten Schlüsselfunktionen in der Landesregierung: Finanzminister Danyal Bayaz, Umweltministerin Thekla Walker und Wissenschaftsministerin Petra Olschowski bleiben im Amt. Zudem übernehmen sie die Ressorts Soziales sowie Wohnen. Die CDU wird dagegen sechs Ministerien führen – Inneres, Wirtschaft, Bildung, Verkehr – und stellt die Präsidentin des Landtages. Allerdings blockierten die Grünen einen CDU-Vorstoß, die Wochenarbeitszeit von Beamten um eine Stunde zu kürzen.

Cem Özdemir soll am 13. Mai zum Ministerpräsidenten gewählt werden, sein Stellvertreter wird Manuel Hagel sein. Innerhalb der CDU wuchs während der Verhandlungen der Unmut über eine von manchen als „Revanche-Mentalität“ bezeichnete Haltung. Dennoch spiegelt das endgültige Abkommen gemeinsame Prioritäten wider.

Nun steht die Koalition vor der Herausforderung, ihre Versprechen umzusetzen. Da es keine alternativen Partner gibt, hängt der Erfolg von der Zusammenarbeit zwischen Grünen und CDU ab. Die vereinbarten Politiken in den Bereichen Bildung, Klimafinanzierung und Verwaltungsreform werden die Entwicklung des Landes in den kommenden Jahren prägen.

Quelle