30 March 2026, 22:06

GKV-Reform 2027: 15,3 Milliarden Euro Lücke – wer zahlt die Zeche?

Blauer Plakat mit der Aufschrift "Gesetz zur Gesundheitsversorgung" mit Text und Bildern, auf dem steht: "14,5 Millionen Menschen haben sich für den Schutz angemeldet."

GKV-Reform 2027: 15,3 Milliarden Euro Lücke – wer zahlt die Zeche?

Deutschlands gesetzliche Krankenversicherung steht bis 2027 vor einer Finanzierungslücke von 15,3 Milliarden Euro. Eine Fachkommission hat kürzlich weitreichende Reformvorschläge vorgelegt, um diese zu schließen – doch die Linke lehnt die Pläne scharf ab. Die Partei wirft den Reformen vor, Patienten ungerecht zu belasten, während Gutverdiener und Investoren verschont blieben.

Am 30. März 2026 veröffentlichte die Expertenkommission zur GKV-Reform einen Bericht mit 66 Vorschlägen, um die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in Deutschland zu stabilisieren. Zu den zentralen Empfehlungen gehört, die Krankenkosten für Bürgergeld-Empfänger vollständig über Steuern zu finanzieren – das würde 12 Milliarden Euro einsparen. Ein weiterer Punkt sieht vor, die Erstattungen für Ärzte, Kliniken und Medikamente an die Einnahmen der Kassen zu koppeln, was bis zu 19 Milliarden Euro bringen könnte, zuzüglich weiterer 5,5 Milliarden im Jahr 2027. Zudem schlägt der Bericht vor, die Zuzahlungen für Medikamente von bisher 5 auf mindestens 7,50 Euro und von 10 auf maximal 15 Euro anzuheben. Würden alle Reformen umgesetzt, ließe sich die Lücke 2027 um 42,3 Milliarden Euro verringern – bis 2030 wären es sogar über 60 Milliarden.

Die Linke weist die Pläne als "Sparpaket auf dem Rücken der Patienten" zurück. Sören Pellmann, Fraktionsvorsitzender der Partei, sprach von "vielen bitteren Pillen". Stattdessen fordert die Linke, dass Spitzenverdiener einen größeren Anteil ihres Einkommens in das System einzahlen. Aktuell zahlen sie im Vergleich zu Durchschnittsverdienern prozentual weniger.

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Zudem kritisiert die Partei, dass Vermieter und Großinvestoren überhaupt keine Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung leisten. Um die Finanzlücke zu schließen, schlägt die Linke vor, die Familienmitversicherung abzuschaffen und Zuschüsse für Zahnersatz zu kürzen. Ihr Alternativkonzept setzt darauf, die Reichen stärker zur Kasse zu bitten, statt die Kosten für Patienten zu erhöhen.

Der Bericht der Expertenkommission dient zwar als Grundlage für politische Entscheidungen, konkrete Änderungen gibt es jedoch noch nicht. Der Widerstand der Linken deutet auf eine Grundsatzdebatte hin: Wer soll die Last tragen? Falls die Reformen kommen, könnten sie das deutsche Gesundheitssystem grundlegend verändern – entweder durch höhere Zuzahlungen der Patienten oder durch stärkere Beiträge der Topverdiener.

Quelle