Gericht blockiert Einbürgerung wegen angeblicher Extremismus-Verbindungen
Noah KrügerGericht blockiert Einbürgerung wegen angeblicher Extremismus-Verbindungen
Ein deutsches Gericht hat dem iranischen Staatsbürger Danial Bamdadi die Einbürgerung verweigert und dabei seine Verbindungen zu linksextremistischen Gruppen als Begründung angeführt. Das Verwaltungsgericht Stuttgart bestätigte damit eine frühere Entscheidung des Landkreises Rems-Murr und urteilte, dass Bamdadis Unterstützung gewaltbereiter Extremismus' ihn von der Einbürgerung ausschließe. Bamdadi, der 2012 nach Deutschland kam, kündigte an, das Urteil anzufechten – obwohl das Gericht eine Berufung nicht zuließ.
Der Fall hat bundesweit Aufmerksamkeit erregt: Über 17.000 Menschen unterzeichneten eine Petition zu seinen Gunsten. Kritiker, darunter eine große Gewerkschaft und eine ehemalige Bundesjustizministerin, werfen dem Gericht vor, Bamdadi ohne direkte Beweise für seine Beteiligung an Gewalt pauschal mit extremistischen Taten in Verbindung zu bringen.
Bamdadi war 2012 nach Deutschland gekommen und arbeitet derzeit für den Verein zur Bewahrung der Demokratie, eine Organisation, die sich gegen rechtsextreme Aktivitäten in Betrieben engagiert. Sein Einbürgerungsantrag war zunächst vom Landkreis Rems-Murr abgelehnt worden, mit der Begründung, seine politischen Kontakte stellten ein Risiko dar.
2017 wurde Bamdadi wegen einer Körperverletzung an Eberhard Brett, einem örtlichen AfD-Stadtrat, verurteilt. Vier Jahre später nahm er an einer Solidaritätskundgebung für verurteilte Linksextremisten teil. Das Gericht stellte fest, dass sein Engagement zwar legal sei, er sich jedoch nicht ausreichend von gewaltbereiten Strömungen innerhalb weiter Teile der linken Szene distanziere.
Die Entscheidung löste scharfe Kritik aus. Die IG Metall, eine der größten Gewerkschaften Deutschlands, verurteilte das Urteil als Beispiel für eine "Kollektivschuld durch Zuordnung". Die Gewerkschaft kritisierte zudem, dass sich das Gericht auf Berichte des Bundesamts für Verfassungsschutz stütze. Unterdessen hat sich die ehemalige Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin Bamdadis Anwaltsteam angeschlossen und verleiht seinem geplanten Rechtsmittel damit mehr Gewicht.
Der Fall fällt in eine Zeit, in der Deutschland einen Anstieg abgelehnter Einbürgerungsanträge verzeichnet. Allein 2025 wurden 10.616 Anträge abgelehnt – wenn auch bisher ohne vergleichbare öffentlichkeitswirksame Konflikte. Die Petition für Bamdadi hat mittlerweile über 17.000 Unterschriften gesammelt und unterstreicht die Skepsis in der Bevölkerung gegenüber der gerichtlichen Begründung.
Das Urteil lässt Bamdadi vorerst ohne deutschen Pass zurück, doch er will weiter juristisch dagegen vorgehen. Seine Unterstützer argumentieren, das Urteil setze ein gefährliches Präzedenzfall, indem es legales Engagement mit Extremismus gleichsetze. Die Entscheidung könnte auch künftige Einbürgerungsverfahren beeinflussen, in denen politische Betätigungen unter die Lupe genommen werden.
Angesichts steigender Ablehnungsquoten hat der Fall die Debatte neu entfacht, wie Deutschland Sicherheitsinteressen mit individuellen Rechten in Einbürgerungsfragen in Einklang bringt.
Richter bezieht sich auf anti-rassistische Allianzen bei der Ablehnung der Staatsbürgerschaft
Das Gericht hat die Naturalisierung von Danial Bamdadi abgelehnt und damit Spannungen in Bezug auf politische Aktivität aufgedeckt. Wichtige Details des Falls sind:
- Richter Christoph Wahlicht betonte Bamdadi*s "Allianzen in anti-rassistischen Netzwerken" als entscheidenden Faktor für die Ablehnung.
- Bamdadi zeigte Ungläubigkeit und sagte: "Ich kann es selbst kaum glauben."
- Der Verfassungsschutz behauptete, dass er seit 2019 eine lokale anti-faschistische Gruppe leitet, was er bestreitet.