Fusionsenergie: Warum die Kosten langsamer sinken als bei Solar- und Windkraft
Tobias LangFusionsenergie: Warum die Kosten langsamer sinken als bei Solar- und Windkraft
Eine neue Studie in Nature Energy hat untersucht, wie schnell die Kosten für Fusionsenergie in Zukunft sinken könnten. Forscher analysierten drei zentrale Faktoren: die Größe der Anlagen, die Komplexität des Designs und den Grad der Anpassung. Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Fusion möglicherweise nicht die gleichen raschen Kostensenkungen erleben wird wie andere saubere Technologien – etwa Solarenergie oder Batterien.
Die Studie konzentrierte sich auf zwei Hauptverfahren der Kernfusion: das magnetische Einschlussverfahren und die laserbasierte Trägheitsfusion. Mithilfe der Lernkurve – ein Maß dafür, wie stark die Kosten sinken, wenn die Produktion hochgefahren wird – verglichen die Wissenschaftler die Fusion mit bestehenden Energiequellen. Historische Daten zeigen, dass Onshore-Windkraft, Lithium-Ionen-Batterien und Solarmodule hohe Lernraten von 12 %, 20 % bzw. 23 % aufweisen. Die Kernspaltung hingegen liegt bei nur 2 %.
Wie stark die Kosten für Fusionsenergie tatsächlich sinken könnten, bleibt ungewiss, da es bisher keine kommerziellen Fusionskraftwerke gibt. Anders als bei Solar- oder Windenergie, deren Preise stark gefallen sind, steht die Fusion vor einzigartigen technischen und finanziellen Herausforderungen. Die US-Regierung hat massiv in diesen Bereich investiert und für das Haushaltsjahr 2024 über eine Milliarde Dollar bereitgestellt. Auch private Investitionen sind stark gestiegen und erreichten zwischen Juli 2024 und Juli 2025 einen Umfang von 2,2 Milliarden Dollar.
Trotz des Versprechens einer zuverlässigen, emissionsfreien Energiequelle betont die Studie erhebliche Hürden. Die Komplexität der Technologie und das Fehlen praktischer Erfahrungen erschweren verlässliche Kostenvorhersagen. Sollte sich die Fusion ähnlich entwickeln wie die Kernspaltung, könnten die Kosten weitaus langsamer sinken, als Optimisten erhoffen.
Die Ergebnisse unterstreichen die Unsicherheit über die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Fusionsenergie. Zwar wachsen öffentliche und private Investitionen weiter, doch die Studie lässt vermuten, dass die Kosten nicht so schnell fallen werden wie bei anderen erneuerbaren Technologien. Ohne entscheidende Durchbrüche könnte Fusionsenergie noch über Jahrzehnte hinweg teuer bleiben.






