Freiburgs OB-Wahl: Sieben Kandidaten kämpfen um Horns Nachfolge – wer führt die Stadt in die Zukunft?
Tobias LangFreiburgs OB-Wahl: Sieben Kandidaten kämpfen um Horns Nachfolge – wer führt die Stadt in die Zukunft?
Freiburgs Oberbürgermeister-Wahl läuft – sieben Bewerber im Rennen um das Rathaus
Der Wahlkampf um das Freiburger Rathaus ist in vollem Gange, sieben Kandidaten buhlen um das höchste Amt der Stadt. Anders als in anderen Kommunen bleibt der Ton sachlich und zurückhaltend – von hitzigen Debatten keine Spur. Die Wahl markiert das Ende von Martin Horns achtjähriger Amtszeit, der 2018 den beliebten Grünen-Oberbürgermeister Dieter Salomon ablöste.
Trotz früherer Herausforderungen hält Freiburgs Ruf als Stadt mit gemäßigter politischer Kultur stand. Rechtsextremer Einfluss bleibt schwach: Die AfD liegt in Umfragen im einstelligen Bereich und findet kaum Anklang. Mit sieben Aspiranten startete das Rennen, darunter Amtsinhaber Martin Horn, Monika Stein und Achim Wiele. Zwei Bewerber – Claudio Probst von der Anarchistischen Pogo-Partei und ein weiterer Kandidat – zogen ihre Kandidatur inzwischen zurück. Bei der Debatte im Bürgerhaus am Seepark standen sieben leere Podeste als stummer Hinweis auf die Ausgeschiedenen.
Das Publikum entschied während der Diskussion, wer in der zweiten Runde mit schwierigeren Fragen konfrontiert werden sollte. AfD-Kandidat Karl Schwarz erntete Buhrufe und schied schnell aus dem Fokus aus. Monika Stein, unterstützt von Linken und Grünen, griff Horns Bilanz an und warf ihm mangelnden Gestaltungswillen vor. Verfallene Standorte wie die alte Stadthalle oder das brachliegende Flugfeld nannte sie als Beispiele für Stillstand.
Die politische Grundstimmung in Freiburg bleibt ausgeglichen – selbst nach dem Mord an der Studentin Maria Ladenburger 2016 durch einen Geflüchteten, der die liberale Identität der Stadt kurzzeitig erschütterte. Michael Wehner, Leiter der lokalen Landeszentrale für politische Bildung, hält eine weitere Überraschungswahl für unwahrscheinlich. Rudi Raschke, ehemaliger Pressesprecher des SC Freiburg, begrüßt unterdessen frische Impulse in der Stadtführung.
Freiburg setzt bei Problemen wie Drogenhandel und Gewalt am Stühlinger Kirchplatz auf soziokulturelle Erneuerung statt auf repressive Maßnahmen. Sebastian Müller, ehemaliger Stadtrat, fordert von außerhalb der etablierten Politik strengere Datenschutzgesetze und den Ausbau von Solarenergie-Projekten.
Drei Kandidaten liegen nun vorn: Horn, Stein und Wiele. Die Wahl wird zeigen, ob Freiburg unter Horns Führung weitermacht oder einen neuen Kurs einschlägt. Mit der AfD am Rand und einem fairen Wahlkampf scheint die Tradition der ruhigen Politik in der Stadt Bestand zu haben.






