Fraunhofer Stuttgart schafft Parkplätze ab – und setzt auf geteilte Mobilität statt Autos
Tobias LangFraunhofer Stuttgart schafft Parkplätze ab – und setzt auf geteilte Mobilität statt Autos
Auf dem Fraunhofer-Campus in Stuttgart steht ein radikaler Wandel im Berufsverkehr bevor. Fast 700 Parkplätze werden bald verschwinden – stattdessen entsteht ein neuer „Mobility Hub“, der mit geteilten Verkehrsmitteln ausgestattet wird. Das Projekt IZSMO zielt darauf ab, den Autoverkehr zu reduzieren und gleichzeitig die Mobilität für die rund 2.000 Beschäftigten des Standorts zu verbessern.
Das Fraunhofer-Institutszentrum Stuttgart (IZS) treibt die Initiative voran und verwandelt seinen Forschungsstandort in ein Testlabor für umweltfreundlichere Fortbewegung. Statt auf private Autos können die Mitarbeiter:innen künftig auf Leihfahrräder, E-Lastenzweiräder, E-Scooter und Mitfahrgelegenheiten zurückgreifen. Zudem entstehen sichere Fahrradabstellplätze, Ladestationen, eine Reparaturwerkstatt und intelligente Schließfächer für Helme.
Der Hub wird an einen kostenlosen, autonomen Shuttle namens BumbleB angebunden, der von der Bertrandt Gruppe entwickelt wurde. Das elektrische Fahrzeug verbindet den Campus mit dem S-Bahnhof Universität und verkürzt so den bisherigen 15-minütigen Fußweg für viele Pendler:innen deutlich. Das Vorhaben baut auf Erkenntnissen des Projekts AMEISE der Hochschule Esslingen auf, das die Umsetzung koordiniert.
Gefördert wird das Projekt vom Bundesamt für Logistik und Mobilität. Forscher:innen des Fraunhofer IAO begleiten die Maßnahmen wissenschaftlich: Sie messen die CO₂-Einsparungen und erfassen das Feedback der Beschäftigten, um zu bewerten, ob die neuen Angebote das Mobilitätsverhalten nachhaltig verändern. Ziel ist es, dem Fachkräftemangel im ÖPNV zu begegnen und gleichzeitig Menschen mit eingeschränkter Mobilität bessere Alternativen zu bieten.
Mit IZSMO werden Hunderte Parkplätze durch geteilte Verkehrsmittel und intelligente Infrastruktur ersetzt. Gelingt das Modell, könnte es als Vorbild für andere Arbeitsstätten dienen, die ihre Abhängigkeit vom Auto verringern wollen. Die Ergebnisse basieren auf Echtzeitdaten – von Emissionsreduktionen bis zur Zufriedenheit der Belegschaft.






