22 March 2026, 16:05

Frauen prägen Apotheken – doch Lohnlücke und fehlende Anerkennung bleiben

Drei Frauen in einer Apotheke, umgeben von Regalen mit Flaschen und Schachteln, mit Kartons und einer Wand im Hintergrund.

Frauen prägen Apotheken – doch Lohnlücke und fehlende Anerkennung bleiben

Frauen dominieren die Apothekenbranche in Deutschland – doch Lohnungleichheit und mangelnde Anerkennung bleiben

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Obwohl Frauen die Mehrheit der Beschäftigten in deutschen Apotheken stellen, kämpfen sie weiterhin mit Lohnungleichheit und ungleicher Wertschätzung. Zum Internationalen Frauentag hat die Gewerkschaft Adexa, die Apothekenmitarbeiter vertritt, auf die dringende Notwendigkeit besserer Arbeitsbedingungen und fairerer Behandlung für Frauen in diesem Sektor hingewiesen. Der Appell kommt zu einem Zeitpunkt, an dem neue Zahlen sowohl die wachsende Präsenz von Frauen in Apotheken als auch die anhaltenden Herausforderungen beleuchten, mit denen sie konfrontiert sind.

Die aktuellsten Daten zeigen: 89,2 Prozent der Beschäftigten in öffentlichen Apotheken sind Frauen. Unter den approbierten Apothekerinnen und Apothekern liegt der Frauenanteil bei 74,1 Prozent, bei Pharmaziestudierenden im Praktikum (Pharmazeutinnen und Pharmazeuten im Praktikum, kurz PhiP) sogar bei 74,8 Prozent. Noch deutlicher ist der Trend in den unterstützenden Berufen: 96,6 Prozent der Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen (PTA) und 97,5 Prozent der Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PKA) sind weiblich.

Seit 2010 ist der Frauenanteil in öffentlichen Apotheken kontinuierlich gestiegen – von etwa 72 Prozent auf 78 Prozent im Jahr 2023. Trotz dieser Dominanz verdienen Frauen im Schnitt jedoch 4,10 Euro weniger pro Stunde als ihre männlichen Kollegen, was einer Lohnlücke von rund 16 Prozent entspricht. Ein Grund für diese Diskrepanz liegt in der unbezahlten Care-Arbeit: Frauen übernehmen zwei Drittel der Kinderbetreuung, den Großteil der Haushaltsaufgaben und den Löwenanteil der Pflege von Angehörigen.

Adexa fordert die Politik auf, den Schutz von Teilzeitarbeit zu stärken und Care-Arbeit bei der Rentenberechnung anzuerkennen. Die Gewerkschaft betont zudem die Notwendigkeit flexiblerer Arbeitszeiten, um Beruf und Privatleben besser vereinbaren zu können. Frauen in Apotheken übernehmen bereits heute zentrale Aufgaben – von der Patientenberatung und Arzneimittelsicherheit bis hin zu organisatorischen Tätigkeiten.

Der Vorstoß für Veränderung fällt mit dem Internationalen Frauentag zusammen, der seit Langem auf strukturelle Ungleichheiten aufmerksam macht. Adexas Forderungen zielen auf gerechtere Bezahlung, bessere Arbeitsbedingungen und eine formale Anerkennung von Sorgearbeit ab. Ohne politische Weichenstellungen wird sich die Kluft zwischen dem Beitrag von Frauen und ihrer Entlohnung jedoch weiter verfestigen.

Quelle