Fratzscher plant höhere Immobiliensteuern – wird Wohneigentum bald unerschwinglich?
Marie GüntherFratzscher plant höhere Immobiliensteuern – wird Wohneigentum bald unerschwinglich?
Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), hat Pläne für deutlich höhere Steuern auf Immobilien vorgelegt. Seine Vorschläge kommen zu einer Zeit, in der Politiker Immobilienbesitz zunehmend als Einnahmequelle sehen. Die Maßnahmen könnten den Kauf und Besitz von Wohneigentum in Deutschland noch teurer machen, als er ohnehin schon ist.
Der Erwerb von Wohneigentum in Deutschland ist bereits mit hohen Kosten verbunden. Käufer zahlen mindestens 10 % Aufschlag auf den Kaufpreis für Maklergebühren, Notarkosten und Grunderwerbsteuer. Diese Steuer allein ist in einigen Regionen von 2 % auf bis zu 6,5 % gestiegen. Strenge Bauvorschriften treiben die Preise zusätzlich in die Höhe, während Hypotheken im Vergleich zu vielen anderen Ländern weniger erschwinglich sind. Bis ein Darlehen abgezahlt ist, haben Käufer unter Umständen das Eineinhalbfache des ursprünglichen Kaufpreises gezahlt.
Mieten hingegen wird vom Staat stark subventioniert, was den Eigentumserwerb im Vergleich noch kostspieliger erscheinen lässt. Die Grundsteuerreform 2025 hat die durchschnittliche Belastung für Hausbesitzer bereits mehr als verdoppelt. Nun diskutieren einige Politiker über ein "Lastenausgleichs"-Modell, ähnlich dem nach 1945, das Immobilienbesitzer zwingen würde, eine staatlich besicherte Hypothek zu tragen.
Fratzschers Ideen umfassen unter anderem Steuern auf Wertsteigerungen von Grundstücken – selbst wenn diese nicht auf echten Gewinnen, sondern auf Währungsabwertungen beruhen. Seine Vorschläge reiht sich in einen wachsenden Trend ein, der Eigentümer zu zwingenden Investitionen und höheren Abgaben verpflichtet.
Die kombinierte Wirkung steigender Steuern, zusätzlicher Gebühren und strengerer Vorschriften macht den Immobilienbesitz in Deutschland zunehmend schwieriger. Da Politiker Immobilien vermehrt als Einnahmequelle betrachten, könnten Käufer und Eigentümer in den kommenden Jahren noch stärker unter finanziellen Druck geraten. Die Veränderungen könnten zudem die Kluft zwischen Mietern und denen, die sich den Einstieg in den Immobilienmarkt erhoffen, weiter vertiefen.






