29 March 2026, 10:05

Frankfurter Apotheker verliert Zulassung nach jahrelangem Abrechnungsbetrug und Hygieneskandal

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikanern zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Frankfurter Apotheker verliert Zulassung nach jahrelangem Abrechnungsbetrug und Hygieneskandal

Ein Frankfurter Apotheker hat nach jahrelangen betrügerischen Abrechnungspraktiken seine Zulassung verloren. Das Verwaltungsgericht Frankfurt bestätigte die Entscheidung zum Entzug seiner Berufsrechte und begründete dies mit schwerwiegendem Fehlverhalten. Im Mittelpunkt des Falls standen gefälschte Rezepte, unsachgemäße COVID-19-Tests sowie mangelnde Hygienestandards.

Die Betrugsmasche begann bereits 2010, als der Apotheker die Geschäfte seines Bruders übernahm, gegen den bereits wegen Abrechnungsbetrugs ermittelt wurde. Mindestens drei Jahre lang setzte er die Praktiken fort, indem er Krankenkassen für Medikamente in Rechnung stellte, die er nie ausgab. Die Gewinne teilte er mit den in die Täuschung verwickelten Patienten.

Ermittler deckten später 65 Betrugsfälle auf, durch die gesetzliche Krankenkassen mit über 1,6 Millionen Euro belastet wurden. Der Apotheker stellte die Machenschaften im Dezember 2013 ein und einigte sich mit den betroffenen Kassen auf Schadensersatz. Doch das Gericht wertete sein Geständnis und die Rückzahlungen als nicht ausreichend, um eine Strafe abzuwenden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

2015 prüften die Behörden zwar einen vorläufigen Entzug der Approbation, verschoben die Maßnahme jedoch bis zum Abschluss des Strafverfahrens. Das Gericht urteilte später, dass das Abwarten des Prozesses rechtlich vertretbar gewesen sei. Doch 2021 kamen neue Verstöße ans Licht: COVID-19-Tests wurden falsch durchgeführt, und die Hygienevorschriften wurden missachtet. Diese Vorfälle festigten die Beweislage gegen ihn.

Am 2. Februar 2022 wurde die Zulassung schließlich offiziell entzogen. Das Gericht sah in seinem Handeln klaren kriminellen Vorsatz und eine schwere Schädigung des öffentlichen Vertrauens in den Apothekerberuf.

Das Urteil besiegelt das endgültige Berufsverbot für den Apotheker. Seine wiederholten Betrugshandlungen und die Nichteinhaltung beruflicher Standards führten zu dieser Konsequenz. Der Fall unterstreicht die Folgen systematischen Abrechnungsmissbrauchs im Gesundheitswesen.

Quelle