FDP scheitert mit 4,4 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde in Baden-Württemberg
Tobias LangStrack-Zimmermann kritisiert FDP-Spitze nach Wahldebakel - FDP scheitert mit 4,4 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde in Baden-Württemberg
FDP erleidet herbe Niederlage bei Landtagswahl in Baden-Württemberg – nur 4,4 Prozent der Stimmen
Die Freie Demokratische Partei (FDP) hat bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg eine schwere Schlappe hinnehmen müssen: Mit nur 4,4 Prozent der Stimmen verfehlt sie die Fünf-Prozent-Hürde und scheitert damit am Einzug in den Landtag. Das Ergebnis löst innerhalb der Partei Forderungen nach einem Kurswechsel aus.
Zu Beginn der Legislaturperiode 2021–2026 hatte die FDP ein klares Programm vorgelegt: ein schlanker, digitalisierter Staat, weniger Bürokratie und Abbau von Verwaltungsstellen. Sie setzte sich für die Abschaffung von Präsenzzeitregelungen in der Bildung, staatlich vorgegebenen Lohnvorschriften und Mindestlohnbestimmungen ein. In der Bildungspolitik unterstützte die Partei das mehrgliedrige Schulsystem, einschließlich der Werkrealschule, und förderte Wohneigentum durch Senkung der Grunderwerbsteuer. In der Energiepolitik lehnte sie die Solarpflicht für Neubauten ab und trat für eine technologieoffene Verkehrspolitik ein – inklusive E-Fuels und ohne Fahrverbote.
Noch 2021 hatte die FDP in Baden-Württemberg 10,5 Prozent der Stimmen geholt. Doch bis 2026 brach die Unterstützung auf 4,4 Prozent ein – die Partei verliert damit ihre Mandate. Nach der Niederlage trat der Landesvorsitzende Hans-Ulrich Rülke von seinem Amt zurück.
Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Mitglied im FDP-Bundesvorstand, kritisierte die Bundesebene der Partei dafür, die Landesverbände im Wahlkampf nicht ausreichend unterstützt zu haben. Die FDP müsse nun beweisen, wie liberale Politik Wohlstand fördere, forderte sie. Zu ihren Forderungen gehörten eine klarere programmatische Ausrichtung mit konkreten Plänen für Wirtschaft, Sicherheit und zukünftige Herausforderungen. Zudem verlangte sie, dass die Führung Verantwortung für das schlechte Wahlergebnis übernehme.
Da die FDP unter die Fünf-Prozent-Marke gefallen ist, wird sie künftig nicht mehr im baden-württembergischen Landtag vertreten sein. Nun steht die Partei unter Druck, sich neu aufzustellen und das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen. In den kommenden Monaten sind personelle Wechsel und inhaltliche Kurskorrekturen zu erwarten.