Dulger warnt: Deutschlands Gesundheitssystem steht vor dem Kollaps
Deutschlands Gesundheitssystem steckt in einer sich verschärfenden Finanzkrise, warnt Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Er fordert dringende Reformen, um die explodierenden Kosten für Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu bremsen. Ohne sofortiges Handeln werde sich die Finanzierungslücke weiter vergrößern, so seine Mahnung.
Das aktuelle Finanzierungsmodell hinterlässt ein jährliches Defizit von rund 10 Milliarden Euro. Dulger kritisierte die Ineffizienz des Systems scharf: Allein die Verwaltungskosten beliefen sich auf über 26 Milliarden Euro pro Jahr. Gleichzeitig bleibe die deutsche Gesundheitsversorgung die teuerste Europas – ohne dass dies mit einer entsprechend höheren Qualität einhergehe.
Um die Finanzen zu stabilisieren, schlug Dulger mehrere Maßnahmen vor. Kurzfristig verlangte er einen sofortigen Ausgabenstopp, um den Anstieg der Beitragssätze zu bremsen. Langfristig plädierte er dafür, nicht versicherungsrelevante Leistungen künftig über Steuern statt über Sozialabgaben zu finanzieren. Zudem regte er die Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung für Ehepartner an – eine Maßnahme, die etwa 3 Milliarden Euro einsparen könnte.
Weitere Reformvorschläge umfassen den Abbau überflüssiger Krankenhauskapazitäten und die Einführung echter Effizienzanreize. Dulger forderte die Bundesregierung auf, die Krankenversicherungsbeiträge für Bürgergeld-Empfänger auf 140 Euro pro Person und Monat anzuheben. Seine Äußerungen fallen kurz vor der Vorlage des Berichts der Gesundheitsfinanzkommission, der am Montag an die Bundesregierung übermittelt werden soll.
Die Vorschläge der BDA zielen darauf ab, die Belastung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen zu verringern. Sollten die Reformen umgesetzt werden, könnten sie die Kosten senken und die Nachhaltigkeit des Systems verbessern. Die weiteren Schritte der Regierung dürften maßgeblich von dem anstehenden Kommissionsbericht abhängen.






