21 April 2026, 18:04

Duisburger Innovationslabor: Von 250.000 Euro auf 4,66 Millionen – wo blieb die Kontrolle?

Polizisten vor einem Starbucks-Café mit einem Van auf der rechten Seite und Menschen auf der linken Seite, mit einem Gebäude, einem Schild, einem Laternenpfahl und einem Zaun im Hintergrund.

Duisburger Innovationslabor: Von 250.000 Euro auf 4,66 Millionen – wo blieb die Kontrolle?

Das Duisburger Innovationslabor: Hochtechnologie mit explodierenden Kosten und fragwürdigen Investitionen

Das Duisburger Innovationslabor, eine Hightech-Einrichtung der Polizei, steht wegen stark gestiegener Kosten und zweifelhafter Ausgaben in der Kritik. Ursprünglich mit 250.000 Euro veranschlagt, beliefen sich die endgültigen Projektkosten auf 4,66 Millionen Euro. Aktuelle Prüfungen förderten ungenutzte Luxusausstattungen und mangelnde finanzielle Kontrolle während der Planungsphase zutage.

Die Baukosten des Labors stiegen dramatisch von der ursprünglichen Schätzung von 250.000 Euro auf insgesamt 4,66 Millionen Euro an. Beamte gaben später zu, dass das Landesamt für Polizei und Datenschutz (LZPD) vor der Genehmigung des Projekts niemals eine Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt hatte.

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Bei einem jüngsten Besuch kamen weitere Kuriositäten ans Licht: Ein Überwachungsbereich, der eigentlich zur Beobachtung dienen sollte, liegt brach – der Fernseher ist defekt, und vom Roboterhund "Spot" fehlt jede Spur. In der Nähe steht ein Heimkino, das für forensische Schulungen vorgesehen war, weitgehend ungenutzt.

Das Innere des Labors ist dem prunkvollen Bernsteinzimmer nachempfunden und beherbergt eine gigantische Kaffeemaschine in der Größe eines Doppeltür-Schranks. Das vollautomatische Gerät bietet 100 individuell einstellbare Optionen und wird persönlich von Kriminalhauptkommissar Klaus Brandner bedient. Trotz solcher Luxusausstattung soll ein Taxi für eine Fahrt zum Landesrechnungshof Nordrhein-Westfalen abgelehnt worden sein – während jedoch eine Stretchlimousine für Fahrten bereitsteht.

Brandner verteidigte das Projekt und äußerte die Hoffnung, das Modell bei Erfolg auf Polizeidienststellen in ganz NRW übertragen zu können.

Nun steht das Labor wegen seiner Finanzverwaltung und seines praktischen Nutzens auf dem Prüfstand. Bei Kosten, die fast das 19-Fache der ursprünglichen Planung betragen, und ungenutzten High-End-Einrichtungen bleiben Fragen zur langfristigen Rolle des Labors in der Polizeiarbeit offen. Bisher haben die Behörden keine korrektiven Maßnahmen oder Überprüfungen der Projektaufsicht angekündigt.

Quelle