Dieter Nuhrs frauenfeindliche Witze entfachen Debatte über Comedy-Grenzen
Tobias LangDieter Nuhrs frauenfeindliche Witze entfachen Debatte über Comedy-Grenzen
Der Komiker Dieter Nuhr steht wegen frauenfeindlicher Witze in der Kritik, die er kürzlich in einer ARD-Sendung präsentierte. Darin behauptete er unter anderem provokant, Parkplätze seien für Frauen zu klein. Trotz der öffentlichen Empörung zeigen die öffentlich-rechtlichen Sender seine Auftritte weiterhin.
In seinem Programm machte Nuhr auch über Femizide lässige Bemerkungen und behauptete, die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau in Deutschland von einem Mann getötet werde, liege „beinahe bei null“. Zudem riet er Frauen, ihren Partner vor dem Sex besser kennenzulernen, um solche Risiken zu vermeiden. Kritiker werfen ihm vor, mit solchen „Witzen“ Opfer die Schuld zu geben und schädliche Klischees zu verstärken.
Nuhrs Comedy setzt Frauen häufig als bloße Pointe ein – seine Behandlung des Themas Femizid wurde weithin als geschmacklos und plump verurteilt. Femizide sind als Höhepunkt langjähriger Gewalt und Kontrolle anerkannt, keine Zufallstaten. Der Rundfunksender rbb räumte die Kritik ein, berief sich jedoch auf die künstlerische Freiheit und sah keinen Handlungsbedarf.
Trotz der Kontroverse haben die öffentlich-rechtlichen Sender Nuhrs Inhalte nicht entfernt; seine Auftritte bleiben für das Publikum abrufbar. Die Debatte wirft einmal mehr Fragen nach frauenverachtenden Tendenzen in der Comedy und der Verantwortung der Medien auf.
