CDU und Grüne starten zähe Koalitionsverhandlungen in Baden-Württemberg mit scharfen Wortgefechten
Marie GüntherCDU und Grüne starten zähe Koalitionsverhandlungen in Baden-Württemberg mit scharfen Wortgefechten
Koalitionsgespräche zwischen CDU und Grünen in Baden-Württemberg offiziell gestartet
Die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und Grünen in Baden-Württemberg begannen am 24. März 2026 offiziell in Stuttgart. Das Treffen fand im Haus der Katholischen Kirche statt – gut zwei Wochen nach der Landtagswahl, bei der beide Parteien mit jeweils 56 Sitzen gleichauf lagen. Die Spannungen waren bereits bei der Ankunft spürbar: Die Delegationen trafen getrennt ein und lieferten sich scharfe Wortgefechte mit der Presse.
Die Grünen erschienen als Erste am Veranstaltungsort in der Stuttgarter Fußgängerzone. Sie hatten für die Gespräche Getränke und Brezeln mit Butter vorbereitet. Die CDU-Vertreter betraten das Konferenzzentrum der Katholischen Kirche hingegen zehn Minuten später von der gegenüberliegenden Seite.
Noch vor Beginn der Verhandlungen geriet Innenminister Thomas Strobl (CDU) mit Journalisten aneinander. Er wurde umgehend von seinem Parteikollegen Manuel Hagel zurechtgewiesen, der zuvor selbst auf Social Media Beleidigungen und drohende Nachrichten erhalten hatte. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen zu den Bedrohungen später ein.
Die CDU ging mit klaren Forderungen in die Gespräche. Sie bestand auf eine Rotation des Amts des Ministerpräsidenten zur Halbzeit der Legislaturperiode. Zudem lehnte sie eine schlichte Verlängerung der bestehenden Koalition ab und forderte mehr Ressorts als die Grünen. Dies könnte zu einer Pattsituation führen, da im Zweifel die Stimme des Ministerpräsidenten als Stichentscheid nötig wäre. Darüber hinaus verlangte die CDU von den Grünen, ihr Wahlprogramm im Rahmen der Verhandlungen zu unterstützen.
Strobl heizte die Stimmung weiter an, indem er zwischen den von ihm so genannten "Kretschmann-Grünen" und den "Özdemir-Grünen" unterschied – letztere bezeichnete er als weniger vertrauenswürdig. CDU-Vertreter warfen den Grünen zudem eine angebliche Schmutzkampagne vor, die ihren Wahlkampf beeinträchtigt habe.
Trotz des offiziellen Starts der Gespräche blieb das Verhältnis zwischen den Parteien angespannt. Zwar hatten die Grünen bereits in der Vergangenheit mit der CDU regiert, doch diesmal machte die Union deutlich, dass sie nicht bereit sei, die alten Bedingungen einfach zu wiederholen.
Die Verhandlungen markieren den Beginn dessen, was zu zähen Diskussionen werden könnte. Beide Parteien verfügen über gleich viele Sitze, vertreten aber in zentralen Fragen gegensätzliche Positionen. Das Ergebnis wird entscheiden, ob Baden-Württemberg eine stabile Regierung erhält – oder ob das Land vor einer längeren Phase politischer Unsicherheit steht.






