CDU-Politiker Krings zerpflückt Studie zu Sexarbeit als "realitätsfremd"
Tobias LangCDU-Politiker Krings zerpflückt Studie zu Sexarbeit als "realitätsfremd"
Günter Krings, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat eine von der Bundesregierung eingesetzte Kommission scharf kritisiert, die Reformen des deutschen Prostituiertenschutzgesetzes prüft. Er stellt sowohl die Glaubwürdigkeit ihrer Erkenntnisse als auch die Art der Mitgliederauswahl infrage.
Die unter Leitung von Bundesfamilienministerin Karin Prien gebildete Kommission veröffentlichte eine Studie, der zufolge 25 Prozent der gemeldeten Sexarbeiter:innen einen Hochschulabschluss besitzen und 80 Prozent krankenversichert sind. Krings wies diese Zahlen als realitätsfremd zurück und argumentierte, sie spiegelten lediglich einen kleinen, privilegierten Ausschnitt der Branche wider.
Zudem warf er der Kommissionsvorsitzenden vor, „höchst fragwürdige Forschungsergebnisse“ zu verbreiten und diese im Nachhinein rechtfertigen zu wollen. Krings verwies darauf, dass derselbe kriminologische Institutsleiter, der die Kommission leitet, auch den Bewertungsbericht erstellt habe, auf den sie sich stützt. Die CDU/CSU-Fraktion sei von Anfang an skeptisch gewesen und habe die Zusammensetzung des Gremiums als „tief enttäuschend und einseitig“ bezeichnet.
Laut Krings sind offiziell nur 50 Sexarbeiter:innen in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Er schätzt, dass höchstens zehn Prozent der Sexarbeiter:innen überhaupt registriert sind – weit unter den Annahmen der Kommission. Der frauenpolitische Sprecher der Union machte deutlich, dass er der Arbeit der Kommission kein Vertrauen schenkt. Die Forschung spiegle weder das tatsächliche Ausmaß noch die realen Bedingungen der Sexarbeit in Deutschland wider. Seine Äußerungen unterstreichen die anhaltenden politischen Gräben bei der Reform des Prostituiertenschutzgesetzes.
