CDU drängt auf höhere Festgebühren und strengere Regeln für Apotheken
Johanna JägerCDU drängt auf höhere Festgebühren und strengere Regeln für Apotheken
Die Verhandlungen über Apothekenregelungen werden in der kommenden Woche an Fahrt aufnehmen, wenn die Abgeordneten zentrale Fragen des Sektors angehen. Die CDU, vertreten durch Persönlichkeiten wie Simone Borchardt und Stephan Pilsinger (CSU), drängt auf Änderungen, die höhere Festgebühren, strengere Kontrollen für Versandapotheken sowie einen besseren digitalen Zugang für Apotheker umfassen. Ihre Vorschläge zielen darauf ab, die Arzneimittelversorgungssicherheit zu stärken und gleichzeitig finanzielle Risiken für lokale Apotheken zu verringern.
Ein zentrales Anliegen der CDU ist die Erhöhung der Apotheken-Festvergütung (Fixum) auf 9,50 Euro. Parteivertreter argumentieren, dass dies über eine parallele Regelung zum Apothekengesetz (ApoVWG) umgesetzt werden sollte – wie im Koalitionsvertrag vorgesehen. Simone Borchardt betonte, dass die klare Definition dieser Gebühr in den anstehenden Gesprächen Priorität haben werde.
Die Partei lehnt zudem Bestrebungen ab, die Versand- oder ausländischen Online-Apotheken den Marktzugang erleichtern könnten. Borchardt warnte davor, diesen Wettbewerbern Tür und Tor zu öffnen, und bestand darauf, dass Versorgungsqualität und hohe Standards gewahrt bleiben müssen. Ein weiteres Problem sieht die CDU im möglichen Verkauf weiterer Medikamente in Drogeriemarktketten, den sie einschränken will.
Auch die Digitalisierung steht im Fokus: Gefordert wird, Apothekern vollen Lese- und Schreibzugriff auf die elektronische Patientenakte (ePA) zu ermöglichen. Dies würde, so das Argument, die Arzneimittelsicherheit verbessern, indem Wechselwirkungen reduziert werden. Zudem will die CDU das Problem der Null-Retaxation lösen, bei dem Apotheker derzeit finanzielle Risiken tragen, wenn sie bestimmte Rezepte ausgeben.
Die Rolle der Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) bleibt ein Streitpunkt. Zwar unterstützt die CDU keine formale Vertretung der PTA, doch Borchardt räumte ein, dass Apotheker bereit seien, mehr Verantwortung zu übernehmen. Intensive Verhandlungen zu diesen und weiteren Themen sollen in der nächsten Woche beginnen.
Die Gespräche werden maßgeblich prägen, wie Apotheken in den kommenden Jahren arbeiten – mit Festgebühren, digitalem Zugang und Versorgungssicherheit als zentrale Themen. Bei Erfolg könnten die Änderungen den Einfluss von Versand- und Auslandapotheken begrenzen und lokalen Apothekern mehr Kontrolle über Patientendaten geben. Zudem wird sich zeigen, ob die finanziellen Risiken für Apotheker verringert werden.






