Bundeswehr-Kauf von Diesel-Tankcontainern wegen explodierender Kosten gestoppt
Tobias LangBundeswehr-Kauf von Diesel-Tankcontainern wegen explodierender Kosten gestoppt
Deutsche Abgeordnete haben die Pläne des Verteidigungsministeriums zum Kauf von Dieselkraftstoff-Tankcontainern vorerst gestoppt, nachdem sich die Kosten mehr als verdoppelt hatten. Das Vorhaben, das der Versorgung der Litauen-Brigade und der allgemeinen Truppenlogistik dienen soll, stand wegen der stark gestiegenen Preise in der Kritik. Haushaltspolitiker von Union und SPD forderten eine Überprüfung, bevor das Projekt weiterverfolgt wird.
Im Jahr 2021 hatte die Bundeswehr bereits 153 ähnliche Container für 21,8 Millionen Euro erworben – damals zu einem Stückpreis von rund 142.000 Euro. Der aktuelle Vorschlag sieht jedoch den Kauf von 902 Containern zu etwa 291.000 Euro pro Stück vor, was inklusive Mehrwertsteuer Gesamtkosten von 262,67 Millionen Euro bedeuten würde. Angesichts dieses deutlichen Preisanstiegs bezeichnete ein Mitglied des Haushaltsausschusses die Preisgestaltung als "skandalös".
Der Rahmenvertrag könnte langfristig bis zu 4.200 Einheiten umfassen, mit einer möglichen Obergrenze von rund 902 Millionen Euro. Der haushaltspolitische Sprecher der CDU, Andreas Mattfeldt, kritisierte, dass bei der Beschaffung auf ein wettbewerbliches Vergabeverfahren verzichtet worden sei. Zudem betonte er, wie wichtig es sei, die Angelegenheit bis 2026 zu klären, um finanzielle Belastungen im Jahr 2029 zu vermeiden.
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums lehnte es ab, Details zu nennen, und verwies darauf, dass die genauen Angaben erst nach der endgültigen Zustimmung des Bundestags bekannt gegeben würden. Sollte das Vorhaben genehmigt werden, ist die Auslieferung der Container bis 2029 geplant.
Das Projekt bleibt vorerst ausgesetzt, während die Abgeordneten die drastische Kostensteigerung prüfen. Die Lieferzeiten und die finanzielle Flexibilität hängen von weiteren Verhandlungen ab. Das Ergebnis könnte sowohl die Einsatzbereitschaft der Litauen-Brigade als auch die allgemeine militärische Logistikplanung beeinflussen.






