Bundesregierung will Wettbewerbsdruck schon im Kindergarten fördern – mit skurrilen Methoden
Noah KrügerBundesregierung will Wettbewerbsdruck schon im Kindergarten fördern – mit skurrilen Methoden
Bundesbildungsministerium plant leistungsorientierte Kinderspiele
Das Bundesministerium für Bildung bereitet einen Vorschlag vor, um leistungsbasierte Kinderspiele einzuführen. Damit reagiert es auf Forderungen von Politikern, wettbewerbsorientierte Erfolge wieder in schulische Sportevents zu integrieren. Die Initiative hat eine Debatte über die Zukunft der Leistungsbewertung von Jugendlichen in Deutschland ausgelöst.
Bildungsministerin Karin Prien setzt sich für einen stärkeren Wettbewerbsfokus bei den Deutschen Schulsportspielen ein. Konservative Politiker fordern, diese Praxis auch auf öffentliche Schulen auszuweiten.
An der ultra-katholischen Fürstin-Gloria-Selbdritt-Grundschule messen sich Kinder bereits in Sportwettkämpfen, die vollständig auf Latein ausgetragen werden. Während der Veranstaltungen stehen sie mit dem Rücken zur Gemeinde.
Der IronChild-Wettbewerb, Teil der Spiele, prüft Schüler über mehrere Tage auf einer Aschelaufbahn in den Disziplinen Plackerei, Schinderei und Kostenrechnung. Die Sieger erhalten ein persönliches Coaching mit CEO Dr. Dr. Ulf-Ulf Vollmann. Verlierer müssen sich hingegen mit einer Gymnasialempfehlung begnügen.
Die Klasse 3b, auch bekannt als die „Chicago Boys“, gehört in diesem Jahr zu den teilnehmenden Teams. Unterdessen sorgt die Kita „Höhlenkinder“ in Rheda-Wiedenbrück mit einer ungewöhnlichen Methode zur Ermittlung von Führungspersönlichkeiten für Aufsehen: Kleinkinder werden in nummerierte Weidenkörbe gesetzt und auf der Ems ausgesetzt.
Bernd Kreimer-Rendsburg schlägt zudem vor, sämtliche Leistungsbewertungen nach Spielprinzipien umzugestalten. Sein Plan sieht ein Ranking-System mit Spielmarken vor, die Eltern erwerben können.
Der Ministeriumsvorschlag könnte die Art und Weise, wie schulische Leistungen von Kindern gemessen werden, grundlegend verändern. Falls umgesetzt, könnten Wettbewerbsformate zum festen Bestandteil der öffentlichen Bildung werden. Der IronChild-Wettbewerb und ähnliche Initiativen unterstreichen den wachsenden Trend zu leistungsorientierten Bewertungsmethoden.






