Bundeselternrat fordert Schüler-ID gegen Chaos im deutschen Bildungssystem
Marie GüntherBundeselternrat fordert Schüler-ID gegen Chaos im deutschen Bildungssystem
Der Bundeselternrat setzt sich für eine bundesweite Schüleridentifikationsnummer ein, um das zersplitterte deutsche Bildungssystem effizienter zu gestalten. Nach Angaben der Organisation würde eine einheitliche ID bürokratische Verzögerungen abbauen und sicherstellen, dass Schüler auch bei Umzügen zwischen Bundesländern Zugang zu ihren schulischen Unterlagen behalten.
Aktuell fehlt im föderalen Bildungssystem Deutschlands ein standardisiertes Verfahren, um Schülerdaten zwischen den 16 Ländern auszutauschen. Diese Lücke zwingt Familien, die umziehen, sich durch inkompatible IT-Systeme zu kämpfen – oft bleiben Kinder wochen- oder monatelang ohne notwendige Förderung. Wiederholte Leistungsüberprüfungen und fehlende Akten stören zudem die schulischen Laufbahnen.
Anne-Karin Schaffrath, Vorsitzende des Ausschusses für weiterführende und Mittelschulen im Bundeselternrat, bezeichnete den Vorschlag als "längst überfällig". Eine zentrale Identifikationsnummer würde ihrer Meinung nach eine lückenlose Dokumentation der Bildungsbiografie jedes Schülers ermöglichen und Übergänge ohne Rückschläge gestalten. Der Rat verwies dabei auf erfolgreiche digitale Lösungen in anderen Bereichen, etwa die elektronische Patientenakte oder das ELSTER-Steuerportal, die zeigen, dass ähnliche Systeme auch im Bildungssektor funktionieren könnten.
Während sich der DigCompEdu-Rahmen der Europäischen Kommission auf die digitalen Kompetenzen von Lehrkräften konzentriert, bleibt die länderübergreifende Verwaltung von Schülerdaten unberücksichtigt. Der Bundeselternrat betonte, dass ein neues Identifikationssystem mit strengen Datenschutzmaßnahmen einhergehen müsse, um persönliche Informationen zu schützen.
Die geplante Schüler-ID soll langjährige Probleme bei Schulwechseln und administrativen Ineffizienzen lösen. Bei Umsetzung würden die schulischen Unterlagen Schüler automatisch über Ländergrenzen hinweg begleiten. Die Forderung des Elternrats erhöht nun den Druck auf die Politik, die seit langem bestehenden strukturellen Defizite im deutschen Bildungssystem anzugehen.






