Buchhandlung in Bremen provoziert mit überdimensionalem Kulturminister-Porträt an der Fassade
Marie GüntherBuchhandlung in Bremen provoziert mit überdimensionalem Kulturminister-Porträt an der Fassade
Am Samstagnachmittag wurde ein großes Stofftransparent über die Fassade der Buchhandlung Golden Shop in Bremen gehängt. Es bedeckte die gesamte Front des Gebäudes und lenkte die Aufmerksamkeit auf die neueste Schaufenstergestaltung des Ladens.
Sechs Personen befestigten das riesige Banner am Giebel der Buchhandlung. Dies folgte auf einen früheren Spruch an der Fassade, der „Deutschland verrecke bitte“ („Deutschland, bitte gehe zugrunde“) lautete. Der Laden hatte zuvor auch eine – wenn auch ironische – Auszeichnung als „beste Buchhandlung unter Beobachtung des Verfassungsschutzes“ erhalten.
Kulturminister Wolfram Weimer hatte die Buchhandlung wegen des umstrittenen Slogans bereits vom Deutschen Buchhandlungspreis 2026 ausgeschlossen. Nun ziert ein überdimensionales Porträt Weimers samt Zitaten aus seinen Werken die Fassade – allesamt verfassungskonform.
Die Inhaberin Ausma Zvidrina bestätigte, dass die Buchhandlung Weimers Werke nicht führt. Trotz der Neugestaltung hat sich der Laden offiziell nicht von linksextremistischen Positionen distanziert.
Das neue Fassadendesign ersetzt den früheren Provokationsspruch durch Weimers Konterfei und genehmigte Zitate. Die Buchhandlung bleibt zwar unter Beobachtung, hat aber ihre öffentliche Präsentation angepasst. Die Veränderung spiegelt die anhaltende Debatte über ihre Haltung und ihren Ruf wider.






