Bremens Skandal um gelöschte Chats und geheime Abfindungen eskaliert
Bremens Bürgerschaft setzt Untersuchungsausschuss ein
Im November 2025 richtete der Landtag der Freien Hansestadt Bremen einen Untersuchungsausschuss ein, um die Entlassung von Senatoren zu prüfen. Ziel der Ermittlungen ist es, zu klären, ob die Abgänge ordnungsgemäß abliefen. Mittlerweile gibt es Vorwürfe wegen unvollständiger Dokumentenvorlagen und gelöschter Kommunikation.
Am Dienstag kam der Ausschuss erneut zusammen, um zentrale Fragen zu behandeln. Im Mittelpunkt stand ein gelöschter Signal-Chat zwischen Irene Strebl und Jan Fries, beide Staatsräte in der Umweltbehörde. Fünf Nachrichten in diesem Chat wurden entfernt, was Spekulationen über geheime Absprachen nährt.
Aussagen von Zeugen brachten zudem zutage, dass der Senat nicht alle relevanten Unterlagen vorgelegt hat. Die Staatsrätin Regine Komoss von der Bildungsbehörde bestätigte dies in ihrer Vernehmung. Die Opposition wirft der Regierung darüber hinaus vor, entlassenen Beamten überhöhte Abfindungen gewährt zu haben – sogenannte „goldene Händedrücke“, die von den Steuerzahlern finanziert würden.
Ein anonymer Hinweis der CDU auf gelöschte E-Mails heizte die Debatte weiter an. Später stellte sich heraus, dass die Information von Tobias Hentze, dem Fraktionsgeschäftsführer der CDU, stammte. Zunächst hatte er seine Beteiligung geleugnet, räumte sie später aber ein – was Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit und der Weigerung der CDU aufwirft, mit den Ermittlungen zu kooperieren.
Der ehemalige Bildungssenator Sascha Aulepp (SPD) soll nun in der nächsten Sitzung am Mittwoch als Zeuge aussagen.
Der Ausschuss untersucht weiterhin die Umstände der Entlassungen. Fehlende Dokumente und gelöschte Nachrichten bleiben zentrale Punkte der Ermittlungen. In der nächsten Zeugenvernehmung wird Sascha Aulepp gehört, während die Untersuchungen voranschreiten.






