Braunschweig plant autofreies Kreativquartier im Großen Hof für 60 Millionen Euro
Noah KrügerBraunschweig plant autofreies Kreativquartier im Großen Hof für 60 Millionen Euro
Die Braunschweiger Stadtverwaltung treibt einen umfassenden Umgestaltungsplan für das Viertel Großer Hof voran. Das Gebiet, das seit seinem Wiederaufbau nach dem Krieg im Jahr 1980 kaum Veränderungen erfahren hat, könnte bald zu einem städtischen Sanierungsgebiet erklärt werden. Über den Vorschlag stimmen die Verantwortlichen am kommenden Dienstag ab – bereits sind 7,9 Millionen Euro aus dem Stadthaushalt vorgesehen.
Das Viertel Großer Hof steht vor drängenden Herausforderungen, darunter die Schließung zweier Schulen und ein Überangebot an Parkplätzen. Seit 1980 gab es kaum Entwicklungen, sodass der Stadtteil dringend modernisiert werden muss. Nun wollen Stadtplaner daraus ein lebendiges, autoreduziertes Kreativquartier machen.
Das Projekt basiert auf dem siegreichen Entwurf eines Hamburger Architekturbüros aus dem Jahr 2024, der eine Mischung aus Wohnraum, Kulturflächen und grünen Aufwertungen vorsieht. Geplant sind neue Wohngebäude, eine Quartiersgarage sowie Räumlichkeiten für die Städtische Galerie, Ateliers für Künstler und die Kreativwirtschaft. Zudem sollen soziale Infrastruktur wie eine Kita und ein Familien- und Nachbarschaftszentrum entstehen.
Für die 60 Millionen Euro teure Umgestaltung bewerbt sich die Stadt um Fördermittel aus dem Bundes- und Landesprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“. Braunschweig hat bereits 7,9 Millionen Euro aus eigenen Mitteln bereitgestellt, der Rest soll durch höhere städtische Entwicklungszuschüsse gedeckt werden. Wachstum bleibt ein zentrales Anliegen der Planer, die in dem Vorhaben die Chance sehen, das dicht bebaute Gebiet neu zu beleben.
Falls der Stadtrat nächste Woche den Beschluss fasst, könnte die Neugestaltung des Großen Hofs zügig in die Umsetzung gehen. Der Plan würde neues Wohnraumangebot, Kulturflächen und aufgewertete Grünflächen ins Viertel bringen. Die Gesamtinvestition von 60 Millionen Euro würde den Stadtteil erstmals seit Jahrzehnten grundlegend verändern.






