Berlins Kulturschaffende kämpfen mit Kampagne gegen Kürzungen und unsichere Förderung
Noah KrügerBerlins Kulturschaffende kämpfen mit Kampagne gegen Kürzungen und unsichere Förderung
Berlins Kulturszene wehrt sich gegen Kürzungen und unzuverlässige Förderung
Eine neue Initiative namens „Berlin ist Kultur“ hat eine Kampagne gestartet, um Kultur zu einem zentralen Thema im Vorfeld der anstehenden Berliner Wahlen zu machen. In ihrem Manifest, der „Berliner Erklärung“, fordert die Gruppe stärkere finanzielle Zusagen vom Land.
Zum Auftakt der Aktionswoche der Initiative erschienen auch Politiker wie Katharina Marg von der Linken und Bertram von Boxberg von den Grünen. Ziel ist es, Kultur mit dem Slogan „#deinstimmefürkultur“ – der in Veranstaltungsorten der Stadt zu sehen ist – zum Wahlkampfthema zu machen.
Der künstlerische Leiter des Berliner Ensembles, Oliver Reese, kritisierte öffentlich die jüngsten Kürzungen im Kulturbereich als kurzsichtig. Er erzählte eine persönliche Geschichte über die transformative Kraft des Theaters und erinnerte sich an einen prägenden Moment mit 14 Jahren in Paderborn. Gabi Dan Droste vom FELD Theater verglich die Notlage der Branche unterdessen mit dem Mythos von Ikarus – einst gefeiert, nun vom Absturz bedroht.
Tom Streidel, Tischler am Maxim-Gorki-Theater, warnte vor drohenden finanziellen Risiken: Ab 2027 muss das Theater Mietzahlungen an die Opernstiftung leisten, was seine Zukunft gefährdet. Reese verwies zudem auf die mögliche Schließung des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße aufgrund gekürzter Mittel.
Die „Berliner Erklärung“ fordert mindestens drei Prozent des Landeshaushalts für Kultur sowie stabile Förderstrukturen zum Schutz der Einrichtungen. Im Rahmen der Kampagne haben Kulturgruppen „Wahl-Prüffragen“ für Kandidat:innen entwickelt, darunter auch zur Ausweitung von Kunstbildungsprogrammen.
Die Initiative setzt Politiker:innen unter Druck, sich mit kulturellen Anliegen auseinanderzusetzen – durch öffentliche Aktionen, Slogans und direkte Fragen an die Bewerber:innen. Das Ziel: langfristige finanzielle Sicherheit für Berlins Kunst- und Kultureinrichtungen.






