24 March 2026, 22:05

Berliner Buchladen verklagt Kulturminister nach Preis-Ausschluss wegen Extremismus-Vorwürfen

Schwarzes und weißes Foto eines geschlossenen Buches mit handgeschriebener Text auf dem Cover, auf einem dunklen Hintergrund.

Berliner Buchladen verklagt Kulturminister nach Preis-Ausschluss wegen Extremismus-Vorwürfen

Ein Berliner Buchladen geht rechtlich gegen Deutschlands Kulturminister vor, nachdem er von einem nationalen Preis ausgeschlossen wurde. Zur schwankenden Weltkugel, ein linksalternativer Laden, der für sein politisches und philosophisches Sortiment bekannt ist, wurde von der Shortlist des Deutschen Buchhandlungspreises gestrichen – angeblich wegen Verbindungen zu extremistischen Kreisen. Die Buchhandlung hat nun einen Eilantrag eingereicht, um die Entscheidung und öffentliche Äußerungen des Ministers anzufechten.

Der Streit eskalierte, als Kulturminister Wolfram Weimer den Buchladen von der Auszeichnung für 2024/2025 ausschloss und "verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse" als Begründung anführte. Gegenüber der Zeit erklärte er später, steuerfinanzierte Preise dürften nicht an "politische Extremisten" vergeben werden. Die Buchhandlung, 2002 vom Kollektiv Schwarze Risse gegründet, konterte mit einer Pressemitteilung, rechtlichen Warnschreiben und Androhung von Klagen – der Schritt verletze ihre Rechte.

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Die Betreiber forderten Weimer auf, seine Vorwürfe zurückzunehmen, doch dieser lehnte ab. Ihr Eilantrag, nun beim Verwaltungsgericht Berlin unter dem Aktenzeichen VG 6 L 229/26 eingereicht, zielt darauf ab, der Regierung zu untersagen, den Laden als extremistisch einzuordnen. Das Gericht hat den Antrag bestätigt, einen Termin für eine Entscheidung steht jedoch noch aus.

Obwohl Zur schwankenden Weltkugel eine feste Größe in Berlins linkem und queeren Kulturmilieu ist – mit Verbindungen zu Projekten wie dem Tuntenhaus – finden sich in öffentlichen Unterlagen keine konkreten Hinweise auf Aktivitäten jenseits des Verlagswesens. Das Ministerium beharrt darauf, dass die Behörden solche Bewertungen vornehmen dürfen.

Der Fall liegt nun beim Berliner Verwaltungsgericht, wo eine Entscheidung Wochen oder Monate auf sich warten lassen könnte. Bei Erfolg würde der Eilantrag der Regierung verbieten, die Buchhandlung mit Extremismus in Verbindung zu bringen. Das Urteil könnte zudem prägend dafür werden, wie politische Kriterien künftig bei der Vergabe von Kulturförderungen angewendet werden.

Quelle