Autohändler fordern schnellere und einfachere E-Auto-Förderung – sonst droht das Aus
Johanna JägerAutohändler fordern schnellere und einfachere E-Auto-Förderung – sonst droht das Aus
Burkhard Weller, Autohändler und Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), fordert klarere Regeln bei den Fördergeldern für Elektroautos. In einer aktuellen Folge des AUTOHAUS-Podcasts betonte er den dringenden Bedarf an einer schnelleren Umsetzung, einer rückwirkenden Förderung ab dem 1. Januar sowie einer Unterstützung für junge Gebrauchtwagen. Seine Warnungen kommen zu einer Zeit, in der die Branche vor großen Umbrüchen steht – darunter ein schrumpfender Servicebereich und weniger unabhängige Autohäuser.
Weller machte deutlich, dass das aktuelle Fördersystem dringend vereinfacht werden müsse. Er plädiert für einen reibungslosen Prozess ohne zusätzlichen bürokratischen Aufwand für Händler und Kunden. Andernfalls drohten Verzögerungen und Verwirrung, die sich negativ auf die Verkaufszahlen auswirken könnten.
Der Umstieg auf Elektrofahrzeuge wirkt sich bereits auf die Nachverkaufs-Erlöse aus. Weller prognostiziert, dass das Servicegeschäft um bis zu 50 Prozent einbrechen könnte, da E-Autos weniger Wartung benötigen. Dieser Rückgang gefährdet die wirtschaftliche Stabilität vieler Autohäuser.
Zudem rechnet er mit einem deutlichen Rückgang unabhängiger Autohändler. Die genaue Zahl der selbstständigen Betriebe in Deutschland ist zwar unklar, doch Weller schätzt, dass langfristig weniger als 3.000 übrig bleiben werden. Marktbereinigungen und Schließungen sind wahrscheinlich, während sich die Branche anpasst.
Der ZDK setzt sich für eine stärkere politische Vertretung der Branche ein. Weller berichtete von positiven ersten Gesprächen in Berlin und betonte, dass Politiker besser reagierten, wenn Unternehmer direkt das Wort ergreifen. Der Verband strebt an, die Interessen der Händler unabhängig von den Herstellern zu vertreten.
Wellers Vorschläge zielen auf schnelle Lösungen und praktische Unterstützung für die Autohäuser ab. Falls die Förderbedingungen verbessert und die Bürokratie abgebaut werden, könnte der Übergang zur E-Mobilität reibungsloser verlaufen. Ohne Veränderungen jedoch dürften viele Betriebe Schwierigkeiten haben, die Wende zu überstehen.






