Apotheker kritisiert Bundesregierung: "Schlag ins Gesicht" durch Reformpläne
Tobias LangApotheker kritisiert Bundesregierung: "Schlag ins Gesicht" durch Reformpläne
Frank-Martin Welzig, Inhaber der Hils-Apotheke in Delligsen, Niedersachsen, hat die Handhabung des Überschusses der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) durch die Bundesregierung scharf kritisiert. In einem Schreiben an Gesundheitsministerin Nina Warken bezeichnete er den aktuellen Entwurf zur Apothekenreform als "Schlag ins Gesicht" für den gesamten Berufsstand.
Die gesetzliche Krankenversicherung verzeichnete 2022 einen Überschuss von 3,5 Milliarden Euro. Welzig argumentiert, dass Apotheken durch Rabattverträge maßgeblich zu diesem Plus beigetragen hätten. Die zusätzlichen Mittel sollten seiner Meinung nach als "Dankeschön" für die Leistungen der Apotheken dienen.
Laut Welzig tragen die Apotheken die Hauptlast bei der Umsetzung dieser Rabattverträge – zusätzlich müssen sie den Patienten die Änderungen erklären. Seine Verärgerung richtet sich vor allem gegen den Reformentwurf, der keine Erhöhung der Festbetragsvergütung für Apotheken vorsieht.
Der GKV-Spitzenverband, der Dachverband der gesetzlichen Krankenkassen, widerspricht dieser Auffassung. Er hält den Überschuss für zu gering, um Rücklagen aufzubauen, und sieht daher keinen Spielraum für zusätzliche Zahlungen.
Welzigs Brief unterstreicht die wachsenden Spannungen zwischen Apotheken und Politik in der Frage der Finanzierung. Im Mittelpunkt des Streits steht, ob der Überschuss als Anerkennung für die Leistungen der Apotheken genutzt werden sollte. Bisher bleibt der Reformentwurf unverändert – eine Anpassung der Festbetragsvergütung ist nicht in Sicht.






