Apotheken im Preischeck: Warum Online-Anbieter bis zu 30 % günstiger sind als lokale Filialen
Tobias LangApotheken im Preischeck: Warum Online-Anbieter bis zu 30 % günstiger sind als lokale Filialen
Eine aktuelle Untersuchung von NDR Markt hat erhebliche Preisdifferenzen zwischen örtlichen Apotheken und Online-Anbietern bei gängigen Medikamenten aufgedeckt. Die Studie verglich die Kosten bei drei Anbietern, darunter eine stationäre Apotheke und zwei digitale Plattformen. Zwar schätzen Kunden nach wie vor lokale Geschäfte wegen des schnellen Zugangs und der persönlichen Beratung, doch erwiesen sich die Online-Alternativen für dieselben Produkte als deutlich günstiger.
Im Fokus stand ein Warenkorb mit verschreibungspflichtigen und rezeptfreien Arzneimitteln. In der Elefanten-Apotheke, einer lokalen Filiale, lag der Gesamtpreis um 15,18 Euro höher als bei Shop Apotheke, einem der Online-Händler. So kosteten etwa Vomex A Tabletten (20 Stück) vor Ort 8,95 Euro, online jedoch nur 6,55 Euro. Ähnlich war Voltaren Schmerzgel forte (150 g) in der Apotheke vor Ort für 30,48 Euro erhältlich, während der Preis bei Shop Apotheke bei 20,39 Euro lag. Auch Iberogast Classic (20 ml) folgte diesem Muster: lokal 13,95 Euro, online dagegen 10,89 Euro.
Die Lieferzeit für Online-Bestellungen betrug im Schnitt zwei Werktage. Der digitale Anbieter DocMorris unterbot Shop Apotheke bei denselben Artikeln um lediglich 44 Cent. Allerdings zeigte die Untersuchung, dass es online leichter war, verpflichtende Beratungsgespräche zu umgehen. Zwar gab es bei größeren Mengen Sicherheitsvorkehrungen, doch viele Medikamente konnten ohne vorherige Fachberatung erworben werden.
Auch der Zugang zu professioneller Unterstützung variierte. DocMorris bot während des Tests keine Video-Sprechstunden an, während Shop Apotheke das NDR-Team nach einer Wartezeit von sieben Minuten mit einem Berater verband. Trotz der Kostenvorteile betonte die Studie, dass Kunden nach wie vor den sofortigen Service und die persönliche Interaktion in örtlichen Apotheken schätzen.
Die Ergebnisse verdeutlichen einen klaren Zielkonflikt zwischen Bequemlichkeit und Preis. Lokale Apotheken bleiben für dringende Bedürfnisse und direkte Beratung beliebt, doch Online-Händler bieten bei identischen Produkten erhebliche Ersparnisse. Zudem wirft die Untersuchung Fragen zur leichten Umgehung verpflichtender Beratungen beim digitalen Medikamentenkauf auf.






