Apotheken drohen mit Streiks: Regierung bricht Gebührenversprechen
Dr. Stefan Hartmann, Vorsitzender des BVDAK, hat die Bundesregierung scharf kritisiert, weil sie die versprochenen Erhöhungen der Apothekengebühren nicht umsetzt. Er warnte, dass ohne entsprechende Maßnahmen Streiks drohten. Seine Äußerungen fielen im Rahmen einer Diskussion über die Zukunft der Apotheken und ihre Rolle im Gesundheitswesen.
Hartmann betonte, dass die Regierung ihre im Koalitionsvertrag festgelegten Zusagen zur Gebührenanpassung nicht erfüllt habe. Diese Verzögerung gefährde das Vertrauen der Bevölkerung in demokratische Prozesse, so der Vorwurf. Gleichzeitig forderte er, Apotheken sollten eine zentralere Position im Gesundheitsystem einnehmen – mit erweitertem Beratungsangebot, präventiven Leistungen und pharmazeutischen Dienstleistungen.
Die Mitmoderatorin Clara Hartmann ergänzte die Debatte mit Forderungen nach verlässlichen Gebührenstrukturen, fairen Wettbewerbsregeln und besseren Nachfolgeregelungen für junge Apotheker:innen. Sie unterstützte damit die Appelle für mehr Förderung, um den Berufsstand zukunftsfähig zu gestalten.
Zum Thema Apotheken-GmbH bekräftigte Hartmann zwar seine Unterstützung, räumte aber ein, dass es breiten Widerstand gebe. Dies führte er auf mangelnde Aufklärung zurück und rief die Berufsverbände auf, sich aktiver mit der Thematik auseinanderzusetzen. Zugleich stellte er klar, dass seine Haltung nicht für eine Aufhebung des Fremdbesitzverbots von Apotheken stehe.
Darüber hinaus forderte Hartmann Apotheken, Landesbehörden und Bundesorganisationen auf, sich stärker in den parlamentarischen Prozess einzubringen, um Veränderungen voranzutreiben. Ohne Fortschritte drohe dem Sektor weitere Instabilität, warnte er.
Die Debatte zeigt die anhaltenden Spannungen bei der Finanzierung von Apotheken und strukturellen Reformen auf. Hartmanns Mahnungen deuten auf mögliche Arbeitskämpfe hin, sollten die Gebührenerhöhungen weiter blockiert bleiben. Gleichzeitig prägt der Ruf nach Modernisierung und klareren Regelungen weiterhin die fachinternen Diskussionen.






