30 March 2026, 16:09

Anna Netrebko polarisiert bei Maskenball-Premiere in der Berliner Staatsoper

Frau mit Mikrofon vor sitzenden Frauen auf einer Couch, mit Flaschen auf Tischen und einem Banner mit Text im Hintergrund.

Anna Netrebko polarisiert bei Maskenball-Premiere in der Berliner Staatsoper

Berlins Staatsoper eröffnete die Festspielsaison mit einer Neuinszenierung von Un ballo in maschera

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Am Samstag feierte die Berliner Staatsoper mit einer neuen Produktion von Verdis Ein Maskenball den Auftakt der Weihnachts- und Neujahrssaison. Die Sopranistin Anna Netrebko übernahm die Hauptrolle der Amelia – und erntete sowohl begeisterten Applaus als auch Proteste. Die Premiere fand vor dem Hintergrund anhaltender Kontroversen über ihre früheren Verbindungen zu Russland statt.

Vor dem Opernhaus versammelten sich etwa 50 Demonstranten mit ukrainischen Fahnen. Als die Gäste eintrafen, skandierten sie Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat".

Netrebkos Rückkehr an die Staatsoper markierte ihren ersten großen Auftritt in Berlin seit den Rückschlägen nach ihrer anfänglichen Reaktion auf Russlands Invasion der Ukraine 2022. Nach monatelanger Kritik distanzierte sie sich später von Präsident Wladimir Putin und bekundete ihre Unterstützung für die Ukraine. Doch viele europäische Opernhäuser, darunter die Metropolitan Opera in New York und die Mailänder Scala, hatten ihre Engagements bereits storniert.

Die Sopranistin, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, war in Berlin längst eine vertraute Erscheinung. Sie trat in den vergangenen Jahren beim Classic Open Air und an der Staatsoper Unter den Linden auf. Doch ihr öffentliches Image änderte sich radikal nach ihrer Feier zum 50. Geburtstag 2021 im Moskauer Kreml – ein Ereignis, das nach Kriegsbeginn besonders kritisch betrachtet wurde.

Trotz der Proteste erhielt Netrebko während der Premiere begeisterten Beifall vom Publikum. Intendantin Elisabeth Sobotka verteidigte die Entscheidung, sie zu besetzen, mit dem Hinweis, Netrebko sei seit der Invasion nicht mehr nach Russland zurückgekehrt und habe ihre Haltung klar gemacht. Die Inszenierung selbst, eine moderne Interpretation von Verdis Oper, verlief ohne Unterbrechungen.

Die Premiere fand wie geplant statt, wobei Netrebkos Auftritt gespaltene Reaktionen hervorrief. Während draußen die Demonstranten ihren Widerstand zeigten, reagierte das Publikum im Saal überwiegend positiv. Die Entscheidung der Staatsoper, sie zu engagieren, spiegelt eine vorsichtige Wiederannäherung an eine Künstlerin wider, deren Ruf nach wie vor polarisiert.

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