02 April 2026, 12:06

AfD zerrissen: Machtkampf um Russland, NATO und die Zukunft der Partei

Deutsches Propagandaplakat der NSDAP mit zwei Männern auf einem Sofa mit Textüberlagerung.

AfD zerrissen: Machtkampf um Russland, NATO und die Zukunft der Partei

Ein erbitterter Streit über die Außenpolitik reißt die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) auseinander. Die Parteiführung kämpft vergeblich darum, die tiefen Gräben innerhalb der Partei zu überbrücken – insbesondere in der Haltung zu den USA, der NATO und Russland. Aktuelle Konflikte haben die Spannungen zwischen den westlich orientierten und den russlandfreundlichen Flügeln weiter verschärft und werfen Fragen nach der künftigen Ausrichtung der Partei auf.

Die Auseinandersetzungen spitzten sich im April 2026 zu, als der Iran-Krieg Deutschlands Bündnisverpflichtungen auf den Prüfstand stellte. Die Forderung des AfD-Co-Vorsitzenden Tino Chrupalla nach einem Abzug der US-Truppen löste Empörung aus, während andere führende Mitglieder auf eine engere Bindung an Washington pochten.

Die AfD ist in außenpolitischen Fragen seit jeher zerrissen. Seit ihrer Gründung ringt die Partei um eine klare Linie in der NATO-Frage und zur Präsenz der USA in Deutschland. Während einige Mitglieder offen Sympathien für Russland zeigen, warnen andere wie der verteidigungspolitische Sprecher Rüdiger Lucassen vor der Bedrohung durch Moskau für die östliche Flanke des Bündnisses.

Im April 2026 forderte Chrupalla den Abzug der US-Streitkräfte aus Deutschland – eine Position, die innerhalb der Partei auf scharfe Kritik stieß. Bundestagsabgeordneter Maximilian Krah widersprach und betonte, Deutschland brauche "starke Partner". Lucassen, ein entschiedener Befürworter der westlichen Allianzen, warf der von Björn Höcke angeführten russlandfreundlichen Fraktion vor, ihn aus seinem Amt drängen zu wollen.

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Die internen Konflikte beschränken sich jedoch nicht auf die Truppenziehungsdebatte. Der Verteidigungsexperte Hannes Gnauck verfasste während des Iran-Konflikts eine Presseerklärung zur Unterstützung der USA – doch die Parteispitze blockierte deren Veröffentlichung. Gleichzeitig sehen sich Chrupalla und die Co-Vorsitzende Alice Weidel mit Vorwürfen konfrontiert, sie hätten sich nicht deutlich genug von umstrittenen Figuren wie Martin Sellner distanziert, dessen "Remigrations"-Pläne wegen Verletzung der Menschenwürde als verfassungswidrig eingestuft wurden.

Der außenpolitische Graben in der AfD hat sich zu einem Machtkampf ausgeweitet. Während NATO-Befürworter wie Krah und Gnauck auf Konfrontationskurs zu den Russland-Verfechtern gehen, wächst die Sorge, der Streit könnte zu einer dauerhaften Spaltung führen – mit unabsehbaren Folgen für die Zukunft der Partei.

Von einer Entspannung im außenpolitischen Richtungsstreit ist die AfD weit entfernt. Die westlich orientierten Kräfte wehren sich weiterhin gegen Forderungen nach einem Abzug der US-Truppen, während die russlandfreundlichen Flügel eine Abkehr von der NATO vorantreiben. Die Unfähigkeit der Partei, diese Konflikte zu lösen, lässt ihre Zukunft ungewiss erscheinen.

Gleichzeitig verschärft das Versagen der Führung, extremistische Vorschläge wie Sellners "Remigrations"-Pläne klar zurückzuweisen, die innere Zerrissenheit. Angesichts eskalierender Spannungen steht die AfD unter wachsendem Druck, endlich Farbekenntnis abzulegen – oder riskiert eine weitere Zersplitterung.

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