AfD Harburg zerbricht: Austritte und Skandale schwächen die Fraktion massiv
Tobias LangAfD Harburg zerbricht: Austritte und Skandale schwächen die Fraktion massiv
Die AfD-Fraktion im Hamburger Bezirk Harburg ist nach dem Austritt zweier Politiker auf nur noch drei Mitglieder geschrumpft. Andreas Ehlers und Harald Feineis verließen die Gruppe und begründeten ihren Schritt mit internen Konflikten sowie finanziellen Unregelmäßigkeiten. Ihr Rückzug folgt auf ein turbulentes Jahr, das von Drohungen und Vorwürfen innerparteilicher Gewalt geprägt war.
Bereits im vergangenen Jahr hatte der AfD-Politiker Adrian Leuser die Fraktion verlassen und die Stadt fluchtartig verlassen, nachdem er Bedrohungen erhalten hatte. Er hatte Ehlers wegen Einschüchterung und verbaler Angriffe angezeigt. Kurz darauf fand Leuser eine drohende Botschaft an seiner Wohnungstür vor, was seine Ängste um die persönliche Sicherheit weiter verstärkte.
Ehlers wirft der Fraktion nun vor, über ein sechsstelliges Guthaben auf dem Konto zu verfügen, für das keine ordnungsgemäßen Unterlagen existieren. Zudem beschuldigt er den Fraktionsvorsitzenden Helge Ritscher, ihn körperlich angegriffen zu haben. Diese Vorwürfe verschärfen die Bedenken hinsichtlich des Verhaltens der AfD in Harburg.
Simon Dhemija von der Linken wirft der AfD vor, gezielt Skandale zu provozieren, um die lokale Politik zu destabilisieren. Unterdessen warnt der CDU-Abgeordnete Rainer Bliefernicht, die jüngsten Austritte könnten die AfD in eine zweite Fraktion spalten. Die CDU stellt derzeit mit zwölf Vertretern die meisten Sitze in der Harburger Bezirksversammlung.
Die internen Streitigkeiten haben die AfD-Fraktion in Harburg deutlich geschwächt. Mit nur noch drei verbleibenden Mitgliedern bleiben Fragen zur finanziellen Transparenz und zu den Vorwürfen aggressiven Verhaltens offen. Lokale Politiker beobachten nun genau, wie sich die Instabilität der Partei auf die Bezirksregierung auswirken wird.






