AfD Baden-Württemberg: Rekordzustimmung für Frohnmaier trotz schwerer innerparteilicher Vorwürfe
Marie GüntherAfD Baden-Württemberg: Rekordzustimmung für Frohnmaier trotz schwerer innerparteilicher Vorwürfe
Die AfD in Baden-Württemberg steckt in innerparteilichen Turbulenzen, nachdem zwei Beschwerdebriefe an die Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla gesendet wurden. Die Kritik kommt just zu dem Zeitpunkt, als der Landesvorsitzende Markus Frohnmaier auf einem Parteitag mit Rekordzustimmung wiedergewählt wurde.
Einer der Briefe stammt vom scheidenden AfD-Abgeordneten Rüdiger Klos, der der Landesführung vorwirft, durch Ausschlussverfahren abweichende Meinungen zum Schweigen zu bringen. Ein weiterer Brief wurde von langjährigen Parteimitgliedern aus zwei Kreisverbänden unterzeichnet und wirft Fragen zur finanziellen Transparenz sowie zur Machtkonzentration auf.
Der ausscheidende Landtagsabgeordnete Rüdiger Klos bezeichnete die internen Methoden der Partei als „Säuberungen, wie man sie aus totalitären Systemen kennt“ und zog Vergleiche zu „Goebbels’schen“ Vorgehensweisen. Er warnte, dass die Besetzung von Regierungsämtern mit unfähigen Funktionären „Chaos für Deutschland“ zur Folge hätte. Zudem behauptete Klos, Kritiker würden systematisch aus der Partei ausgeschlossen.
Unterdessen übt eine Gruppe erfahrener Mitglieder aus Baden-Württemberg in einem separaten Schreiben scharfe Kritik an Vetternwirtschaft, intransparenten Finanzentscheidungen und mangelnder Rechenschaftspflicht. Die Unterzeichner fordern eine unabhängige Prüfung der Landespartei-Finanzen, insbesondere im Zusammenhang mit dem umstrittenen Ludwigsburger Erbe.
Trotz der innerparteilichen Querelen wurde Markus Frohnmaier mit über 91 Prozent der Stimmen als Landesvorsitzender wiedergewählt – das beste Ergebnis, das je ein AfD-Chef in der Region erreicht hat. Das deutliche Votum steht in krassem Gegensatz zu den wachsenden Spannungen innerhalb der Parteibasis.
Die Briefe offenbaren tiefe Gräben im baden-württembergischen AfD-Landesverband, mit Vorwürfen des Autoritarismus und finanzieller Misswirtschaft. Frohnmaiers überwältigende Wiederwahl deutet zwar auf breite Unterstützung in der Mitgliederschaft hin, doch die Kritiker pochen auf mehr Transparenz und Reformen. Die Partei steht nun unter Druck, diese Forderungen anzugehen – oder riskiert eine weitere Zuspitzung der internen Konflikte.






